Frank Schirrmacher: EGO – Das Spiel des Lebens

„Wir sollten nicht zu entdecken versuchen, wer wir sind, sondern was wir uns weigern zu sein.“ Der Satz stammt von Michel Foucault und ist Frank Schirrmachers „EGO. Das Spiel des Lebens“ vorangestellt. Aus gutem Grund, denn wir sind ausgesprochen schlecht beraten, wenn wir dem gegenwärtigen Diktat der Ökonomie, das uns nur noch als „homo oeconomicus“ …

Katherine Boo: Annawadi oder der Traum von einem anderen Leben

Schon die Widmung ist inspirierend: „Für die zwei Sunils, die mir beigebracht haben, wie man nicht aufgibt.“ Und so recht eigentlich ist „Annawadi oder der Traum von einem anderen Leben“ genau das: Inspiration, nicht aufzugeben. Ich war schon einige Male in Slums, in Afrika, Südostasien und Südamerika, trotzdem hatte ich keine Vorstellung davon, wie Menschen …

Hans Pleschinski: Wiesenstein

Hans Pleschinski, geboren 1956, als freier Autor in München lebend, nimmt sich in diesem Roman Gerhart Hauptmanns an, der zusammen mit Thomas Mann (über den Pleschinski den ganz wunderbaren Roman „Königsalleee“ geschrieben hat) zu den grossen Figuren der deutschen Literatur (beide sind Nobelpreisträger) zählt. „Wiesenstein“ beginnt im März 1945 mit dem Aufbruch des greisen und …

Lisa McInerney: Göttliche Ketzereien

„Ein spektakuläres Debüt, hart und einfühlsam, düster und poetisch“, hat jemand in „The Telegraph“ über dieses Buch geschrieben und ich frage mich, ob mit „hart“ vielleicht solche Sätze gemeint waren: „Wie Godzilla würde der über ihn kommen, mit einem Gesicht wie ein stillgelegter Steinbruch“ und „Er wollte den Drink, aber es kostete ihn Zeit und …

Philippe Lançon: Der Fetzen

Am 7. Januar 2015 stürmten zwei maskierte Attentäter in Paris das Gebäude, wo sich die Redaktion von ‚Charlie Hebdo‘ befand und richteten ein Blutbad an. Der Autor Philippe Lançon sass am Redaktionstisch und wurde schwer verletzt.„Am Vorabend des Attentats war ich mit Nina im Theater.“ Gelungener könnte ein erster Satz gar nicht sein und natürlich …

Gerard Donovan: Winter in Maine

Diesem ganz wunderbaren Roman ist ein Zitat von Marc Aurel vorangestellt, das dieses Werk treffend illustriert: „Wer sehr lange lebt, verliert doch nur dasselbe wie jemand, der jung stirbt. Denn nur das Jetzt ist es, dessen man beraubt werden kann, weil man nur dieses besitzt.“ Gerard Donovan ist ein Meister im Vermitteln dieses Jetzt. Weil …

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