Bei Grüsch im Prättigau, am 13. Januar 2020
Author Archives: hansdurrer
Andrew Solomon: Saturns Schatten
„Die dunklen Seiten der Depression“ lautet Andrew Solomons Saturns Schatten im Untertitel, das von John Berger als „das ungewöhnliche Zeugnis eines Leidens – Aufrichtigkeit gepaart mit Aufklärung“ charakterisiert wurde. Als Motto ist dem Buch dieses Zitat von Michael Bulgakov (aus: „Die weisse Garde“) vorangestellt: „Alles wird vorübergehen: Leiden, Qualen, Hunger, Blut und Massensterben. Das Schwert wird verschwinden, aber …
Churfirsten
Die Churfirsten, aufgenommen am 11. Januar 2020 zwischen Unterterzen und Mols
François Cheng: Fünf Meditationen über den Tod
Es ist dieser Perspektivenwechsel, den François Cheng in der ersten Meditation dieses schön gestalteten Werkes vorschlägt, der mich ganz unbedingt für diesen Text einnimmt. „Anstatt den Tod von dieser Seite des Lebens aus wie ein Schreckgespenst anzustarren, könnten wir den Tod in unsere Sicht einbeziehen und das Leben von der anderen Seite, nämlich von unserem …
Walensee
Am Walensee, zwischen Unterterzen und Mols, am 11. Januar 2020
Ole Thorstensen: Wie man Dinge richtig macht
Ole Thorstensen, geboren 1965, ist ausgebildeter Zimmermann und führt einen kleinen Zimmereibetrieb in Oslo. Als Handwerker hält sich seine Hochachtung vor Architekten und Bauingenieuren, die ihm im Rahmen seiner Projekte begegnet sind, in Grenzen. Das liegt auch daran, dass er ganz anders arbeitet – er wird dreckig, schwitzt, friert, haut sich mit dem Hammer auf …
Weisstannen
Weisstannen, Sarganserland, am 9. Januar 2020
Hila Blum: Der Besuch
Es ist die Sprache, der Ton, der mich sofort für diesen Text einnimmt. Sommer in Jerusalem. Es ist heiss. Ein Hochhaus stürzt ein, der Millionär Duclos aus Paris kündigt seinen Besuch an und ein Junge verschwindet. „Nili denkt, dass man ihn noch finden wird. Nati nicht. Sie streiten sich beim Abendessen darüber: eine kurze Diskussion, verwirrt …
Weisstannen
Weisstannen, am 9. Januar 2020
Martin Korte: Wir sind Gedächtnis
Wir sind, was wir essen; wir sind, was wir fühlen; wir sind, was wir denken – jede (akademische) Disziplin nimmt für sich in Anspruch, das Welträtsel gelöst zu haben (und kommt damit meinen eigenen Erkenntnissen ständig in die Quere). Eine interessante und plausible (im Titel bereits vorweggenommene) These stellt der Neurobiologe Martin Korte in seinem …