Ilma Rakusa: Mehr Meer

Es gibt Bücher, viele sind es nicht, da fühlt man sich sogleich gepackt und hineingezogen, und zu diesen gehört ganz unbedingt Ilma Rakusas „Mehr Meer“. Ja, Bücherlesen ist was Persönliches und, klar doch, ich spreche von mir, doch so eine Ausnahme bin ich dann auch wieder nicht, dass andere diese Lektüre nicht genauso wunderbar finden könnten. Was ist es also, dass diese „Erinnerungspassagen“, so der Untertitel, so besonders macht? Einmal die aussergewöhnliche Wahrnehmungsfähigkeit der Autorin, dann aber auch die Sprache, der Rhythmus, der Ton. Das Buch beginnt mit Erinnerungen an den Vater und das liest sich, und klingt, so:
 
„Als er starb, hinterliess er nichts Persönliches. Keine Briefe, keine handschriftlichen Notizen, nichts. In seinem Schreibtisch lag der Autoschlüssel mit dem silbernen Mariatheresienthaler, in den Schubladen Bankauszüge, Versicherungsausweise, säuberlich geordnet. keine unbezahlten Rechnungen. Alles transparent, verständlich, korrekt. Zahlen, kleine, grosse. Ein abstrakter Kosmos. Die Kartonmappen rosa, zitronengelb, mausgrau, ohne Flecken und Knicke, geruchlos. Er hatte für uns vorgesorgt, auf lange Jahre.
Das war seine Selbstlosigkeit.
Ich roch an seinen Kleidern. Sie hingen still im Schrank. Kleiderkolonnen wie Zahlenkolonnen. Der leicht ausgefranste Pulloverärmel war tröstlich, und unten die ausgetretenen Lederpantoffeln. Fast bekam ich Mitleid mit ihnen. Argloser konnte man nicht sein. Und anhänglicher. Vor dem stummen Krawattenrudel machte ich kehrt.
Er wollte. Wollte einiges aus seinem Leben aufschreiben, weil ich ihn darum gebeten hatte. Für die Nachwelt, sagte ich, für uns, sagte ich. Er trug sich so lange mit dem Gedanken, bis es zu spät war: Er fiel vom Stuhl und blieb liegen. Ohne eine einzige Zeile zu Papier gebracht zu haben.“
 
Das soll mir nicht passieren, stellt man sich vor, dass sich die Tochter gesagt hat und so schreibt sie auf, was sie von ihrer Kindheit und Jugend in Mitteleuropa, in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, erinnert. Geboren ist Ilma Rakusa 1946 in der heutigen Slowakei, von dort zog die Familie, der Vater ist Slowake, die Mutter Ungarin, nach Budapest, nach Barcola bei Triest, schliesslich nach Zürich, weil der Vater in ein demokratisches Land wollte, wo die Schriftstellerin, Übersetzerin und Literaturkritikern seit 1951 lebt.
 
Sie fährt nach Wilna, wo ihre Vorfahren mütterlicherseits herstammen, nach Rimavska Sobota, ihren Geburtsort („An einem klirrend kalten Novembertag des Jahres 2004 begrüsse ich die Stadt wie eine Unbekannte. Aber die Apotheke sieht wie auf dem Foto aus … Ich bin, wo ich einst war, ohne mich zu erinnern, angekommen.“), nach Budapest, nach Ljubljana, nach Triest („Ich wollte ans Meer, immer ans Meer. Fotos, zeigen mich im knöchellangen, ungarischen Lammfellmantel, mit Wollmütze, auf der Mole von Barcola. Es muss kalt und windig gewesen sein, ich runzle die Stirn. Aber vom Meer hielt mich kein Wetter ab, höchstens die Bora.“). Das Tolle an Rakusas Schilderungen ist, dass sie einen, auch wenn man ganz anders und an ganz anderen Orten aufgewachsen ist, an die eigenen Kindheitsempfindungen erinnern. Und dass sie einem das Gefühl geben, selber zu dieser Zeit an diesen Orten mit dabei gewesen zu sein:
 
„Im Januar 1951 brachen wir nach Zürich auf. Vater, Mutter, mein drei Monate alter Bruder, ich und unsere ganze Habe. Wir fuhren in einem Oldsmobile mit Sommerreifen. Ohne Ahnung, was uns im Norden erwarten würde. Die erste Überraschung war der Schnee, Schneewände auf dem Gotthard-Pass. In einer Kurve schlitterten wir in eine solche Wand. Sie erwies sich als gnädig: brachte uns zum Stehen, drückte dem Wagen aber nicht einmal die Nase ein … In Zürich bezogen wir eine möblierte Mietwohnung, die zuletzt der chinesische Schriftsteller Lin Yutang bewohnt hatte. Im schwarzen Bücherschrank standen einige seiner englischen Werke, als Willkommensgruss … (Am Rande: dass Lin Yutang, dessen sehr lesenswertes „The Importance of Living“ ich vor Jahren an einem Stand mit gebrauchten Büchern in Havanna erstanden hatte, einmal in Zürich gewohnt hatte, erstaunte mich nicht wenig) … Der Schnee kam über Nacht. Eine weisse Fracht. Er verwandelte alles: das Licht, die Geräusche, die Umgebung. Etwas Gleissendes war da, und viel Stille. Es schneite weiter. Staunend sah ich zu, wie die Flocken vom Himmel fielen und sich lautlos auf das Balkongeländer, die Büsche und Bäume legten. Schaute ich zu lange in den Flockenwirbel, wurde mir schwindlig, als wäre ich selber im Fallen begriffen.“
 
 Sehr schön auch dies:
„Ist damals damals? Ist heute heute? Die Zeit ist keine Fadenspule. Am Schnürchen aufgereiht ist nichts. Meine Erinnerung gleicht einer treibenden Eisscholle, die aufragt, untertaucht, bis sie allmählich, sehr allmählich, weniger wird.
Gegen die Auflösung ist nichts einzuwenden.
Noch aber buckelt sich dies und das. Hat Kontur. Hat Gewicht.“
 
Der Leser (ja, auch die Leserin) ist froh drum. Und erfährt davon, was die Musik bezw. die Klänge der Autorin bedeuten („Noch heute nähere ich mich fremden Sprachen mit dem Ohr an.“) und liest von ihrer kindlichen Vorfreude auf Reisen und von der Realität des Unterwegseins („Das Auto ist die beste Wiege. Vom Hintersitz aus beobachten, wie die Landschaft vorbeigleitet, – fliegt, beim brummenden Motorgeräusch in träge Wachheit verfallen. Was ich sehe, geht mich nichts an, tut nicht weh, da – und schon wieder weg, Bis die Konturen verschwimmen, die Augenlider schwer und schwerer werden. Die Wirklichkeit wischt vorbei und zieht, genauso unfassbar, in mein Schlafinneres.“) und und und … doch hier, nach etwa einem Drittel des Buches, soll Schluss sein mit dem Nacherzählen und Zitieren, denn wer bis jetzt nicht neugierig geworden ist auf dieses Geschenk von einem Buch, dem (Frauen sind mit-gemeint) ist schlicht nicht zu helfen.
 
PS: Eine Geschichte soll doch noch nachgeschoben werden, ganz einfach, weil sie zu schön ist, um hier nicht erwähnt zu werden. Als die Autorin, während sie an ihrer Dissertation arbeitete, ein Jahr in Leningrad verbrachte, besuchte sie eines Tages auch Nadeschda Mandelstam und schildert dies so: „Empfing mich liegend auf einem orientalisch dekorierten Sofa, kaute Sonnenblumenkerne und fragte rundheraus: Glauben Sie an Gott? Erst als ich bejahte, war sie bereit, sich auf ein Gespräch mit mir einzulassen.“

Ilma Rakusa
Mehr Meer
Literaturverlag Droschl, Graz 2009

Peter Geimer: Theorien der Fotografie zur Einführung

Wer wie der amerikanische Kunsthistoriker Douglas Crimp der Meinung ist, ‚die Fotografie‘ sei letztlich nichts als „eine quantitative Ansammlung photographisch hergestellter Bilder ohne Eigenschaften, die erst durch ihre ideologische oder diskursive Aufladung überhaupt zu etwas werden“, sollte sich die Lektüre dieses Werkes dennoch nicht sparen – einmal, weil das Nachdenken über Fotografie ganz einfach Not tut, dann aber auch, weil dieses Buch vielfältige Anregungen liefert.
 
Der Fotografie wird häufig etwas Magisches zugeschrieben. So schrieb etwa William Henry Fox Talbot (1800-1877): „Wenn man einer Person, die mit dem Verfahren nicht bekannt ist, sagt, dass nichts von all dem von Hand ausgeführt worden ist, muss sie glauben, dass einem der Geist aus Aladins Wunderlampe dienstbar ist. Es ist ein kleines Stück an wahrgewordener Magie – an Naturmagie.“ Doch auch Personen, von denen man annehmen darf, das ihnen das Verfahren zur Herstellung von Fotografien geläufig sein dürfte, reden von Magie. So spricht Walter Benjamin vom „magischen Wert“ der fotografischen Technik, Susan Sontag davon, „dass der Prozess des Fotografierens etwas Magisches hat“, Roland Barthes will Fotografie „als Magie und nicht als Kunst“ verstanden wissen und Jean Baudrillard erwähnt die „objektive Magie des Fotos“.
 
Das Buch ist in fünf Kapitel gegliedert.
Im ersten Kapitel werden den Überlegungen von William Henry Fox Talbot, Charles S. Peirce, Rosalind Krauss, Roland Barthes, Philippe Dubois, Georges Didi-Huberman, die alle, gemäss Peter Geimer, die Fotografie als Abdruck, Spur und Index verstehen, Raum gegeben, doch auch die Kritiker dieser Auffassungen, Wolfgang Kemp, Joel Snyder („Mir ist nicht klar, was damit gewonnen sein soll, immer wieder zu betonen, dass Fotografien uns in jedem Fall zeigen sollen, was existiert hat {…} Das Insistieren darauf, dass hier ein Index vorliegt, besagt nicht viel mehr, als dass ein Bild eine oder mehrere Ursachen hat. Das wird wohl niemand bestreiten wollen.“) und Christoph Hoffmann kommen zu Wort.

Kapitel 2 handelt von der „Fotografie als Botschaft und Konstrukt“. Geimer führt aus: „Die Aufmerksamkeit richtet sich nicht länger auf das konkrete, fotografische Bild, sondern auf die sozialen Regeln und Diskurse, die es mit Bedeutung aufladen.“ Und: „Die entsprechenden Studien liefern letztlich keine Theorien der Fotografie, sondern Theorien der sozialen und historischen Funktionen und Faktoren, die sich der Fotografie bemächtigen, sie umformen und definieren.“ So gibt es zum Beispiel für Bourdieu, Tagg und Sekula nichts, was sich über die Fotografie, jenseits ihres sozialen Gebrauchs, sagen liesse (also keine autonome Definition); Barthes hingegen sieht die Fotografie durchaus eigenständig: als Botschaft ohne Code. Dazu Geimer: „Während Bourdieu sämtliche Erscheinungsweisen der Fotografie durch soziale Prozesse determiniert sieht, gibt es für Barthes einen Ort jenseits des Sozialen, der zwar nicht einsehbar ist, aber gleichwohl existiert und sogar die ‚eigentliche fotografische Botschaft‘ darstellt.“ Sicher, möglich ist vieles, doch das die ‚eigentliche fotografische Botschaft‘ unsichtbar sein soll, na ja. Allan Sekula wiederum argumentiert ganz anders als Barthes: für ihn sind Fotos Projektionsflächen, auf denen sich, in den Worten von Geimer, „das Schauspiel der Diskurse entfalten kann“.

Im Kapitel 3, das den Titel trägt: „Zeit im Bild – Bilder in der Zeit“, finden sich u.a. Ausführungen zu den Darlegungen Kracauers, dass ein fotografisches Bild zum Zeitpunkt der Aufzeichnung und aus zeitlicher Distanz betrachtet, zwei ganz verschiedene Dinge sind. Treffend formuliert Geimer: „Was im Moment der Aufnahme ins Bild eingeht, überlebt dort nicht. Das Bild hält das Dargestellte nicht auf Dauer lebendig, sondern bestätigt im Gegenteil seine Abgeschiedenheit.“ Ja und Nein, ist man da versucht zu sagen, schliesslich ist ja nicht ganz unwesentlich was der Betrachter mit dem Bild macht – und wer will das schon so genau wissen?

Kapitel 4 ist mit „Fotografie im Plural: Serialität, Reproduktion, Zirkulation“ überschrieben. „Die Reproduktionstechnik, so liesse sich allgemein formulieren, löst das Reproduzierte aus dem Bereich der Tradition ab“, schrieb Walter Benjamin und dies meint u.a. dass dem Kunstwerk, weil es reproduzierbar ist, seine Aura abhanden gekommen ist, doch Geimer argumentiert, die Dinge seien nicht ganz so eindeutig: „Man kann Benjamins Theorie des Auraverlusts durch die fotografische Reproduktion als eine Kritik an der Nivellierung des Einmaligen lesen. Es gibt aber auch Passagen, die nahelegen, das Verschwinden der Aura nicht als Verlust, sondern als Befreiung, nämlich als Loslösung aus alten Bindungen, zu verstehen.“ Weiter wird in diesem Kapitel auf Themen eingegangen wie „Reproduktion als Bedeutungsgewinn“, „Kritik der ‚Bilderflut'“, auf das Werk von Vilém Flusser sowie auf Wolfgang Ullrichs Essay „Ohne Folgen? Bilder im Plural“, der sich u.a. mit der Frage befasst, weshalb es eigentlich schlimm sein soll, wenn viele Bilder im Umlauf sind. Es könnte ja schliesslich sein, dass die Kritik an der Bilderflut in einem übertriebenem Glauben an die Macht des einzelnen Bildes begründet liegt.

Das letzte Kapitel widmet sich der Kunsttheorie. Von einigen (zum Beispiel Kracauer oder Barthes) wird die Fotografie als Nicht-Kunst gelobt, von anderen (etwa Baudelaire) als Nicht-Kunst kritisiert. „Es verwundert nicht“, schreibt Geimer erhellend, “ dass die Vertreter eines fotografischen Realismus zu keiner positiven Bestimmung der Fotografie als Kunst finden. Wenn man in der registrierenden Funktion der Fotografie ihr eigentliches Wesen erkennt, muss die gestalterische Dimension zwangsläufig als uneigentliche Zutat oder Abweichung erscheinen. Dasselbe gilt freilich auch in umgekehrter Richtung: Wo die formalen und gestalterischen Aspekte der Fotografie im Zentrum stehen, bleibt wenig Raum für eine Bestimmung ihrer registrierenden Funktion.“

Man kann natürlich auch die fotochemische Aufzeichnung, das Negativ, auch lediglich als Grundlage für die gestalterische Arbeit am Bild sehen, wie das der französische Schriftsteller Robert de Sizeranne 1897 tat. Was dabei herauskommt ist eine Art „Foto-Malerei“ und diese ist ja bekanntlich in der modernen Digitalfotografie sehr gängig. Von da ist der Schritt zur Inszenierung der Wirklichkeit, auf die Geimer ebenfalls eingeht, nicht mehr weit. Mit Bezug auf Jeff Walls, meint er, dass „die gezielte Inszenierung fotografischer Ereignisse … keine Preisgabe des Dokumentarischen …. (sondern) einen alternativen Zugang zum Faktischen“ darstelle. Einverstanden, nicht zuletzt, weil das Allermeiste, was unter dokumentarisch läuft, sowieso inszeniert ist. Das Problem ist nur, dass wir (die meisten Menschen) von der Fotografie etwas ganz anderes wollen – dass sie dem Moment Bedeutung verleiht.

Summa summarum: ein guter Überblick über die bekannteren Theorien, die sich mit Wesen und Bedeutung der Fotografie auseinandersetzen, der nicht chronologisch, sondern nach Themen gegliedert ist, doch auch – sowohl die Kapitelüberschriften als auch das Personenregister machen dies möglich – eine an den Autoren (und den wenigen Autorinnen) ausgerichtete Lektüre erlaubt.

Peter Geimer
Theorien der Fotografie zur Einführung
Junius Verlag, Hamburg 2009

Aurel Schmidt: Auch richtig ist falsch

Aurel Schmidt ist „langjähriger Kulturredaktor der Basler Zeitung, heute freier Schriftsteller, Essayist und regelmässiger Kolumnist der ältesten Schweizer Internet-Zeitung OnlineReports.ch. Als solcher ständig allen Trends auf der Spur, aber dennoch mit feinem Gespür für die Fallstricke unserer Mediengesellschaft, unermüdlich recherchierend, abwägend – und hinterfragend.“ Auch wenn dies so im Klappentext steht (und somit wesentlich der Verkaufsförderung dient, bei der meist nicht die Wahrheit im Vordergrund steht – um es milde zu sagen), dass bei den in diesem Buch versammelten Texten ein Abwägender und Hinterfragender am Werk war, daran besteht kein Zweifel, obwohl, derart ausgeprägt scheint sein „Gespür für die Fallstricke der Mediengesellschaft“ eben doch nicht zu sein, sonst würde er seinen Beitrag „Gender Studies“ wohl kaum mit „Die Gleichstellung der Geschlechter ist noch lange nicht vollendet, aber wir sind auf dem besten Weg dahin. Kürzlich meldete eine Zeitung: ‚Immer mehr Frauen schlagen ihre Männer. Auch Männer sind Opfer häuslicher Gewalt.’ Wie man sieht werden gewaltige Anstrengungen unternommen“ beenden, denn was Zeitungen melden (und Studien behaupten) ist das Eine, ob es stimmt, häufig etwas ganz anderes. Das Gleiche gilt für diesen Satz hier: „In den USA treffen sich Menschen an der Tankstelle, um für billiges Benzin zu beten (‚prayer at the pump’)“ – wie viele sind das? Und wo? Und wie oft? Das hätte man dann doch etwas recherchiert beziehungsweise hinterfragt gewünscht.
 
Aurel Schmidt ist ein sehr belesener Mann (seine zahlreichen Verweise auf Autoren und Bücher geben davon Zeugnis ab); die Texte, die er in diesem Band vorlegt, greifen die unterschiedlichsten Themen auf – von Alinghi über Darwin zur Katastrophenlust, vom Human Design über Lebenskunst zu Michel de Montaigne. Von Letzterem ist diesen Essays übrigens ein Zitat vorangestellt, dass da lautet: „Noch nie haben zwei Menschen gleich über die gleiche Sache geurteilt, und es ist unmöglich, zwei genau übereinstimmende Meinungen zu finden, nicht nur bei verschiedenen Menschen, sondern bei einem und demselben zu verschiedener Stunde.“ Klingt einleuchtend, nicht? Und schmeichelt unserem Ego – so besonders und einzigartig sind wir also, jede und jeder. Doch kann man das wirklich wissen?
 
Man lernt Einiges bei der Lektüre dieses Bandes, der im Untertitel „Ein Wörterbuch des Zeitgeistes“ heisst. Das liegt nicht nur an den breiten Interessen des Autors, es liegt auch daran, dass er – er hat seine journalistischen Hausaufgaben gemacht, also recherchiert – viele nützliche, spannende und aussagekräftige Informationen zusammengetragen hat und in einer Dichte vorgelegt, wie man sie selten in Essays findet.
 
Ein Beispiel: „Das Alinghi-Team oder die ‚Alinghi-Family’ des Genfer Industriellen, Milliardärs und passionierten Seglers Ernesto Bertarelli wurde im Jahr 2000 gegründet. Es ist ein internationales Sportunternehmen mit Schweizer Kapital. Die 120 Angehörigen, Teilnehmer und Angestellten stammen aus 21 Nationen. Skipper 2003 in Auckland war der neuseeländische Regattasegler Russel Courts, der in den Jahren 1995 und 2000 Neuseeland zum Sieg verholfen hatte und 2003 mit dem Übertritt zu Alinghi dessen Sieg mitbegründete, was ihm in Neuseeland den Vorwurf des Verrats an seiner Heimat eintrug. Nach dem Erfolg verliess Courts Alinghi. An seine Stelle trat ein anderer ‚Kiwi’, Brad Butterworth, der als einer der erfahrensten Skipper der Welt gilt, viermal den America’s Cup gewonnen hat und 2007 der Schweiz zum Sieg verhalf. Der einzige Schweizer an Bord war Bertarelli selbst in der Funktion als Navigator. Wenn Calmy-Rey im Zusammenhang mit Alinghi von der ‚Schweiz’ spricht, kann sie daher nur das involvierte Kapital gemeint haben …“

Und noch ein Beispiel, ein ganz anderes, wo die originelle Sicht- und Wortwahl überzeugt: „Mit dem Fernsehen haben wir, wie es der Ausdruck schon unterstellt, die Möglichkeit, in die Ferne bis nach Bagdad oder zum Hindukusch zu sehen, durch Wände hindurch und über Meere hinweg. Das ist ein Weitblick, der keinerlei nennenswerten Erkenntniszuwachs bringt. Die Distanzen sind aufgehoben, aber bei näherer Beobachtung müssen wir die ärgerliche Feststellung machen, dass wir nur den Bildschirm vor uns sehen …“

Aurel Schmidt kennt sich in vielerlei Gebieten aus, jedenfalls zitiert er aus ganz vielen, bunt durcheinander gemischten Quellen (von der Thermodynamik bis zur Bibel), und auch wenn einem diese geballte Demonstration von Bildung gelegentlich etwas arg viel wird, so ist eben gleichzeitig auch erfrischend, vorgeführt zu kriegen, dass Vertreter all dieser verschiedenen Wissensgebiete (so sie sich denn über Gott und die Welt Gedanken machen) letztlich eben gar nicht zu so wahnsinnig unterschiedlichen Folgerungen gelangen. So meinte etwa Werner Heisenberg über die Quantenphysik, dass die Welt sich eher als „eine Welt von Tendenzen oder Möglichkeiten als eine von Dingen und Tatsachen“ darstelle. Dass sehen viele Börsianer und Medienmenschen wohl auch so. Übrigens: Dass Schmidt unter Bezugnahme auf diesen Heisenberg-Satz schreibt: „Die Welt verschwindet in ihrer Anlage und ihren Möglichkeiten“ legt den Verdacht nahe, er habe ihn nicht verstanden (vielleicht hat er sich aber auch ganz einfach verschrieben oder das Lektorat hat geschlampt), denn in ihren Möglichkeiten verschwindet die Welt gemäss Heisenberg ja gerade nicht.

Aurel Schmidt
Auch richtig ist falsch
Verlag Huber, Bern 2009

Olga Tokarczuk: Unrast

Ein Kind sitzt zu Hause. Es ist alleine, sieht aus dem Fenster und ins Zimmer, nimmt wahr und entdeckt, dass es ist. Seine erste Reise unternimmt es zu Fuss, quer über die Felder und erreicht einen Fluss. „Als ich so in den Anblick der Strömung versunken auf dem Flutwall stand, wurde mir klar, dass aller Gefahren zum Trotz das, was in Bewegung ist, immer besser sein wird, als das, was ruht, dass der Wandel edler ist als die Stetigkeit, dass das Unbewegliche Zerfall und Auflösung anheimfallen muss und zu Schutt und Asche wird, während das Bewegliche sogar ewig währen kann.“

Wunderbar, durchfuhr es mich, diese Liebeserklärung an den Wandel, den die meisten doch eher bedauern. Ausser natürlich die Kinder. Und die, welche das Staunen nicht verlernt haben.

Ausflüge mit den Eltern. „Sie waren keine echten Reisenden, denn sie reisten, um zurückzukehren.“ Dem Kind hingegen ist es nicht gegeben, Wurzeln zu schlagen. „Meine Energie schöpft sich aus der Bewegung – aus dem Ruckeln von Autobussen, dem Dröhnen von Flugzeugen, dem Schaukeln von Fähren und Zügen.“

Es sind solche Sätze, die mich mit diesem Text in einem Masse identifizieren lassen, das ich sonst nicht kenne. Und dieser hier: „Ich habe mein Studium abgeschlossen, aber im Grunde habe ich keinen Beruf erlernt, was ich sehr bedauere.“ Aber Hallo, das ist Literatur, das kann man nicht telle quelle als Autobiografie lesen. Ich schon. Mir ist egal, wie Texte gemeint sein könnten, mich interessiert nur, ob sie mich irgendwie erreichen, berühren, betreffen. Und „Unrast“ (mit diesem Wort liesse sich mein eigenes Leben zusammenfassen) tut dies in hohem Masse.

Es geht in diesem Buch wesentlich ums Reisen, ums Unterwegssein. Neben der Ich-Erzählerin kommen auch ganz unterschiedliche Personen zur Wort. Etwa der junge Mann, der manchmal darüber nachdenkt, was das heisst: „Wir sind gewesen.“ Und sich fragt, was eigentlich übrig bleibt von den Reisen. „Was ist von Norwegen übrig geblieben? Nur die Kälte des Wassers in einem See und ein Tag, der nicht zu Ende gehen wollte, und dann noch die Freude über das Bier, das man kurz vor Geschäftsschluss hatte erstehen können, oder der umwerfende erste Blick auf einen Fjord.“

Als ich das lese, gehen meine Gedanken automatisch zu meinen eigenen Aufenthalten in Norwegen. Und zufrieden stelle ich fest, dass mir viel, viel mehr und ganz anderes geblieben ist von Trondheim und Stavanger. Sätze übers Reisen wirken auf mich wie Fotos – sie sind Auslöser für erinnerte Bilder im Kopf.

Auf einer kleinen kroatischen Insel sucht ein Mann seine Frau und sein dreijähriges Kind, auf Flughäfen halten Professoren Vorträge, im Zug sind Feiglinge unterwegs, die sich nicht in ein Flugzeug trauen, am Flughafen von Stockholm gibt es einen Holzfussboden und die Erzählerin trifft auf eine Frau, die zu warten versteht. „Sie las nichts, hörte keine Musik, hatte die Hände über dem Bauch verschränkt und schaute vor sich hin. Mir gefiel diese Ruhe, diese völlige Hingabe ans Warten.“

Mir gefällt diese bunte Mischung von längeren und kürzeren Geschichten, dieses Nebeneinander von ganz Unterschiedlichem. Von Reisepsychologen lesen wir und vom Fährmann Eryk, der jeden Tag zwischen zwei Gemütsverfassungen (in der einen war er schlechter als alle anderen, in der anderen besser) wählen konnte, erfahren wir, der eines Tages statt von der Insel aufs Festland hinüberzusetzen, aufs offene Meer hinaus steuert und dessen Verteidiger vor Gericht zu Protokoll gibt: „Es gibt Dinge, die geschehen von selbst, es gibt Reisen, die beginnen und enden im Traum, und es gibt Reisende, die antworten auf den gestammelten Ruf ihrer eigenen Unruhe.“

Besonders angesprochen hat mich Olga Tokarczuk‘ Witz, ihr Sinn für Ironie und die Absurditäten der menschlichen Wichtigkeiten. In „Der Esel Apuleius“ erzählt ein Eselzüchter von den Touristen („Am schlimmsten sind die Amerikaner, weil die meisten übergewichtig sind.“), in „Vertreter der Medien“ zögert die Polizei, die Räumung der Stelle, wo ein Attentat geschehen war, weil sie noch auf den Reporter eines grossen Fernsehsenders wartete, der für eine Sendung filmen wollte.

„Unrast“ führt einen um die Welt (von Istanbul über den Boddha-Baum nach Irkutsk) und durch die Zeiten (von Franz I., Kaiser von Österreich über Atatürks Türkei ins Flandern von 1648). Und lässt einen auch immer mal wieder an interessanten Erkenntnissen teilhaben. „Die Radiometer haben beispielsweise gezeigt, dass sich die Menge der Sonneneinstrahlung in der UdSSR in den Jahren 1960-1987 um ein ganzes Fünftel verringert hat.“

Olga Tokarczuk ist eine glänzende Beobachterin, „Unrast“ ist sowohl ein Dokument der Neugierde als auch einer hellsichtigen Aufmerksamkeit. Wach unterwegs ist diese Frau. Wer viel auf Reisen ist, weiss, dass dies selten ist.

Olga Tokarczuk
Unrast
Kampa, Zürich 2019

John Burdett: Der buddhistische Mönch

„Der buddhistische Mönch“ ist der dritte Thriller von John Burdett mit Sonchai Jitpleecheep, der als Polizist im berüchtigten achten Bezirk von Bangkok arbeitet. Diesmal geht es um ein Snuff-Video, das zeigt, wie Sonchais ehemalige Geliebte, die Prostituierte Damrong, getötet wird. Wie Sonchai Damrongs Mörder jagt, davon handelt dieser Krimi.
 
Was die Romane von John Burdett nicht nur lesenswert, sondern aussergewöhnlich macht, ist weniger die spannende Handlung als die Einsichten in den thailändischen Way of Life, zu dem ganz wesentlich der Humor gehört.
 
„Sie steht auf. ‚Ich brauch frische Luft.‘
In Bangkok?, denke ich …“
 
„Meine Gedanken wandern zu Damrong, und wie zufällig (nein, natürlich ist das kein Zufall, sondern kosmische Intervention) klingelt mein Handy.“
 
„Er starrt mich stumm an. ‚Nun, offenbar entsprechen meine Vernehmungsmethoden nicht dem westlichen Standard, Mr. Baker. Das tut mir leid. Sie wissen ja, wie wir Thai-Cops sind: Wir haben praktisch keine Ausbildung genossen und können uns nur auf unsere grobe Dritte-Welt-Intuition beziehungsweise das verlassen, was wir mit Hilfe unserer volkstümlichen Mittel über das menschliche Wesen erahnen.“
 
Kommt ein Westler nach Thailand, ist ein Zusammenprall der Kulturen, wie das einige Akademiker nennen, unvermeidbar. Bei Burdett klingt das so:
 
„‚Sie klingen ziemlich verbittert, Mr. Baker‘, sage ich mit einem mitfühlenden Lächeln, dem er keine Bedeutung schenkt.
‚Liegt wahrscheinlich an diesem Land. Kennen Sie Farangs, die nach einer ähnlichen Erfahrung nicht verbittert sind?‘
Ich zucke mit den Achseln. ‚Der Zusammenprall der Kulturen fordert Opfer.‘
Er sieht mich verständnislos an. ‚Der Zusammenprall der Kulturen? Sie meinen die Konfrontation eines Mannes aus dem Westen mit seinem jämmerlichen Bedürfnis, in einen sicheren Bauch zurückzukriechen, mit einer Thai-Nutte, die nur nach einer ergiebigen Goldader sucht? Vor Anthropologiestudenten könnte man das durchaus `Zusammenprall der Kulturen` nennen, ja.‘ Er schüttelt den Kopf. ‚Ich sag eher `kompletter Ruin`dazu. Meiner. Durch sie. Punkt‘ (…) ‚Als ich mit der Heulerei fertig war, hat sie mir von ihrer Kindheit erzählt, und zwar auf eine Art und Weise, wie Thais normalerweise nur untereinander reden. Irgendwann hab ich angefangen, die Welt mit ihren Augen zu sehen, und begriffen, wie es sein muss, aufzuwachsen wie sie. Im Westen sind unsere Probleme heutzutage alle gesellschaftlicher oder psychologischer Natur. Aber mal angenommen, man ist auf völlig andere Weise programmiert, angenommen, die eigene Existenz steht auf dem Spiel, und es gibt keinen Ausweg, wirklich keinen …'“.
 
John Burdetts Krimis mit Sonchai Jitpleecheep sind glänzende Einführungen in Thailändisches und damit eine gute Vorbereitung für einen Thailand-Aufenthalt. Aber sie sind mehr, sie sind so recht eigentlich beste kulturvermittelnde Lektüre. „Sie sieht mich fragend an. Wie soll ich ihr erklären, dass ein Land, das sich seit tausend Jahren an Intuition und Tradition orientiert, nicht einfach die aristotelische Logik akzeptieren kann?“

John Burdett
Der buddhistische Mönch
Piper, München 2010

David Shields / Shane Salerno: Salinger

Jerome David Salinger gelang 1951 mit „Der Fänger im Roggen“ eine Weltsensation. Dieses Kultbuch, das der von Salinger erkorene Verlag ablehnte, verkaufte weltweit über 65 Millionen Exemplare und auch heute noch gehen jährlich eine halbe Million über den Ladentisch.
 
„Holden Caulfield (der Held von „Der Fänger im Roggen“) war James Dean, bevor es James Dean gab, und er war cool, bevor es den Ausdruck ‚cool‘ gab.“ Ein Rebell und eine Identifikationsfigur bis heute, die auch immer wieder sehr eigenwillig interpretiert wurde – der Lennon-Killer wie auch der Reagan-Attentäter beriefen sich auf Holden Caulfield.
 
Salinger lebte zurückgezogen, die letzten fünfundfünfzig Jahre seines Lebens verbrachte er in völliger Abgeschiedenheit – das jedenfalls liess er seine Umwelt glauben, so arbeitete er an seinem Mythos. Sicher, er wollte seine Privatsphäre schützen, doch „er reiste viel, unterhielt zahlreiche Affären und lebenslange Freundschaften, begeisterte sich für Populärkultur und verkörperte viele der Dinge, die er in seinen Werken kritisierte.“
 
David Shields und Shane Salerno legen mit „Salinger. Ein Leben“ ein spannendes Buch vor. Sie lassen dabei ganz unterschiedliche Weggefährten zu Worte kommen – es ist höchst faszinierend, wie verschieden der Mann wahrgenommen worden ist.
 
Den Auftakt macht die Landung der amerikanischen Truppen am Utah Beach in der Normandie, Juni – August 1944. Selten habe ich so eindrücklich geschildert gekriegt, was bei dieser Landung vorgefallen ist – von den 60 Männern, die meisten 19 und 20 Jahre alt, zu denen der 25jährige Salinger gehörte, verloren 39 ihr Leben.
 
Auch während des Krieges schrieb er, „… bei Angriffen kroch er unter einen Tisch, um weiterzuschreiben, weil er unbedingt etwas fertigstellen wollte oder vielleicht gerade etwas Neues angefangen hatte.“ Im Ritz in Paris trifft er auf sein Idol Hemingway, der sein Schreiben lobt. Im Winter 1944 hat Hemingway Salingers Regiment an der deutsch-belgischen Grenze besucht
 
In dieser Zeit bombardierte Salinger die Lyrik-Kritikerin beim ‚New Yorker‘ mit Gedichten; Tausende erfroren damals in den Schützengräben, es fehlte an Winterstiefeln, warmen Mänteln und trockenen Decken.
 
Jerome David Salinger wurde 1919 in den Wohlstand der New Yorker Park Avenue hineingeboren und will weg aus dieser Welt und Schriftsteller werden. Er fliegt aus zwei Schulen, schafft dann schliesslich die Militärschule und träumt davon im New Yorker, der Zeitschrift, die wie keine andere für die Park Avenue steht, veröffentlicht zu werden.
 
Bereits im College verkündete er öffentlich, „dass er eines Tages den grossen amerikanischen Roman schreiben würde.“ An der Columbia University besuchte er im Frühjahr 1939 Whit Burnetts Kurzgeschichten-Kurs und äusserte sich hernach höchst lobend über den Dozenten. Während der Vorlesungen trat er hingegen kaum in Erscheinung. Hallie Abbett, eine von Burnetts-Studentinnen, die er später heirate, beschrieb Salinger als „einen ernsten, charmanten jungen Mann mit einer geradezu ägyptisch anmutenden Zurückhaltung.“
 
Er verliebt sich in Oona O’Neill (sie gehen miteinander aus, er schreibt ihr täglich seitenlange Briefe aus dem Militär), die jedoch im Alter von 18 Jahren den 54jährigen Charlie Chaplin heiratet, was Salinger sein Leben lang nicht verwindet. So bringt es David Shields auf den Punkt: „Es ist bezeichnend und aufschlussreich, dass er sein Leben lang einer Beziehung huldigte, die es anscheinend gar nicht gegeben hatte. Er wiederholte diese Beziehung mit einer Reihe von jungen Frauen.“
 
Nach dem Krieg kehrt Salinger nach New York zurück. Einzelgängerisch, überheblich und besessen von schriftstellerischem Ehrgeiz, gehört sein Leben der Literatur. Doch da gab es auch noch sein Interesse am Zen-Buddhismus und seine Obsession: junge Mädchen.
 
Gemäss Shields und Salerno kann Salingers Leben in „zwei entscheidende, voneinander abgegrenzte Bereiche“ unterteilt werden: „Vor dem Krieg und nach dem Krieg sowie vor der Religion und nach der Religion. Der Krieg machte ihn zu einem gebrochenen Mann und zu einem grossen Schriftsteller; die Religion bot ihm in der Nachkriegszeit Trost und zerstörte sein literarisches Talent.“
 
Als der kanadische Autor Michael Clarkson, der Salinger als Seelenverwandten sah, ihn in seiner Abgeschiedenheit aufsucht, beschied ihm dieser: „Es ist alles Fiktion. Es gibt nichts Autobiografisches in meinen Geschichten.“ Die Lektüre von „Salinger. Ein Leben“ vermittelt einem das genaue Gegenteil.

David Shields / Shane Salerno
Salinger
Ein Leben
Droemer, München 2015

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Erste Schritte