Cazis. 9. August 2020
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Sigrid Rausing: Desaster
Sigrid Rausing, Verlegerin von Granta Books und Portobello Books sowie Herausgeberin des Granta Magazine, stammt aus einer sehr begüterten schwedischen Familie. Ihr Bruder Hans und seine Frau Eva hatten sich in einer Entzugsklinik kennengelernt, geheiratet, Kinder bekommen, sich für Suchtkranke eingesetzt und dann, nach Jahren, einen Rückfall erlitten, den er überlebt, sie jedoch nicht. Darüber …
Genfersee
Genfersee, vom Morges aus gesehen, am 20. November 2020
Jessica J. Lee: Mein Jahr im Wasser
Die Depression hatte aus Jessica J. Lee einen Menschen gemacht, der sie nicht sein wollte: „entleert und verhärtet.“ Sie suchte einen Weg, um mit ihrer Verletzung zu leben. „Schwimmen wäre eine Möglichkeit, mit meinen Ängsten zu leben, meinen Alltag zu bestehen. Vor allem hoffte ich, eine gewisse Balance zu finden.“ Sie ist streng mit sich, …
Disentis
Disentis, am 25. Dezember 2020
Simon Borowiak: Alk
Ein gut geschriebenes, informatives und witziges Buch, bei dem ich ab und zu Tränen gelacht habe. Zum Beispiel bei diesem Abschnitt hier: „Szene: Entgiftungsstation, Sitzungszimmer. Alle Patienten zusammengetrommelt, Auftritt dreier Abgeordneter einer Shg. (Selbsthilfegruppe). Das Dreigestirn bestand aus einer Frau und zwei Männern, von denen einer original aussah wie Spencer Tracy. Die Frau stellte sich …
Göteborg
Göteborg, Schweden, am 26. Februar 2020
Tom Franklin: Wilderer
Tom Franklins Krumme Type, krumme Type hat mich nicht zuletzt auch deswegen beeindruckt, weil ich mich bei den Naturschilderungen so recht eigentlich mit vor Ort fühlte, ein Eindruck, der sich auch bei den vorliegenden Geschichten wieder einstellte. Übrigens: „Ich weiss natürlich, dass Arkansas für die meisten Leuten zum Süden zählt, aber es ist nicht mein …
Göteborg
Göteborg, Schweden, am 26. Februar 2020
Percival Everett: Ausradiert
Es gilt eine Entdeckung anzukündigen: „Ausradiert“ von Percival Everett, ein facettenreicher Lesegenuss erster Güte. Die Rahmenhandlung geht so: dem Schriftsteller und Afroamerikaner Thelonius „Monk“ Ellison wird vorgeworfen, dass seine Bücher nicht nur schwer verständlich, sondern vor allem nicht schwarz genug seien, zu wenig Ghettoliteratur eben. Ihm selber ist genau diese (von Kritik und Publikum begeistert aufgenommene) total …