Santa Cruz do Sul, am 9. Februar 2024
Author Archives: hansdurrer
Per Molander: Eine Welt aus Wellen
„Das Leben ist, nüchtern & genau besehen, die sonderbarste Angelegenheit; enthält die Essenz von Wirklichkeit“, notiert Virginia Woolf am 30. September 1926 in ihr Tagebuch. Zu fassen ist sie nicht. Was bin ich?, fragt sie sich, und konstatiert: „Aber durchs Schreiben komme ich an nichts heran. Ich habe nur die Absicht, einen merkwürdigen Geisteszustand festzuhalten.“ …
Santa Cruz do Sul
Santa Cruz do Sul, am 27. Dezember 2023
Esther Bockwyt: WOKE
Die Autorin Esther Bockwyt hat sich die Psychologie der Wokeness vorgenommen. In der Psychologie, so schreibt sie, „geht es nahezu immer um das Ansetzen zur Veränderung durch Verstehen. Dieses Verstehen ist auch der Schlüssel zur Befriedung entgegengesetzter, polarisierter Dynamiken in gesellschaftlichen Unruhen.“ Nicht nur in der Psychologie wird das Verstehen als Grundlage angesehen. So recht …
Am Wegrand
Santa Cruz do Sul, am 19. Januar 2024
Derek Marlowe: Ein Dandy in Aspik
Eberlin, der Protagonist dieser Geschichte, ist Vater eines Jungen, lebt allein, fragt sich jedoch gelegentlich, ob er die Mutter des Jungen, die mittlerweile einen Gutsbesitzer geheiratet hat, nicht hätte heiraten sollen. „Seine verheirateten Bekannten nahmen alsbald jene beschränkte Selbstgefälligkeit ein, die für ihren Stand bezeichnend zu sein schien, und er zog sich von ihnen zurück …
Palmenmuster
Santa Cruz do Sul, am 15. Januar 2024
Michael Wolffsohn: Nie wieder? Schon wieder!
Schon wieder!, führt Michael Wolffsohn, der sich als „deutschjüdischen Patrioten kosmopolitischer Prägung“ bezeichnet, einleitend aus, sei sowohl richtig als auch falsch, denn der neue Antisemitismus werde vornehmlich von muslimischen Neudeutschen und alt-einheimischen deutschen Linksextremisten vetreten, und nicht vom deutschen Staat. Was sich hingegen gleich geblieben sei, seien die ‚Tod Israel‘ und die ‚Tod den Juden‘-Brüller. …
Am Wegrand
Santa Cruz do Sul, am 23. Januar 2024
Bernard Minier: Kindertotenlieder
Bernard Minier, 1960 in Frankreichs Südwesten geboren und in den Ausläufern der Pyrenäen aufgewachsen, ist der Autor des ungemein spannenden „Schwarzer Schmetterling“. Nun liegt mit „Kindertotenlieder“ sein zweiter Roman auf Deutsch vor, mit weitgehendst denselben Personen, die bereits seinen Erstling bevölkerten. Kommissar Martin Servaz erhält einen Anruf von Marianne, seiner Liebe aus Studienzeiten, über die …