Samantha Harvey: Umlaufbahnen

Zwei Frauen und vier Männer aus unterschiedlichen Ländern sind „auf einer Kerosinbombe in den Himmel geschossen worden“ und umrunden nun in ihrer Raumstation die Erde. Was soll man auf engstem Raum tun? Strichlisten führen, wurde ihnen im Training gesagt. „Führt eine Liste, einen Strich für jeden Morgen, an dem ihr aufwacht, sagt es euch selbst …

Anne Michaels: Zeitpfade

Dieser Roman spielt zwischen 1908 (Rue Gazan, Paris) und 2025 (Finnischer Meerbusen) und ist unter anderen auch John Berger (den ich zu den unabhängigsten und aufmerksamsten Kommentatoren der Fotografie zähle) gewidmet, weswegen ich die Lektüre denn auch ausgesprochen positiv angehe. Gleich zu Beginn stosse ich auf Sätze, die mein Weltverständnis besser ausdrücken als fast alles, …

Anders de la Motte: Eisiges Glas

Kriminalkommissarin Leo Asker kriegt einen Anruf von ihrem Vater, von dem sie seit Jahren nichts gehört hat. „Ihr Vater, der Verrückte, der Bunker baut und Waffen, Sprengmittel und lebensnotwendige Güter ansammelt, während er sich auf den Tag des Jüngsten Gerichts vorbereitet.“ Er ist ein Prepper oder Survivalist, der sein Leben der Vorbereitung auf eine künftige …

C. K. McDonnell: Bunny McGarry glänzt durch Abwesenheit

Dass ich bereits auf den ersten Seiten eines Romans mehrmals laut heraus lache, geschieht überaus selten. Bei Bunny McGarry glänzt durch Abwesenheit liegt dies an Dialogen wie diesem: „Bitte verzeihen Sie die Unordnung, unsere Putzhilfe ist verhindert.“ Sie schaute sich um. „Seit wie vielen Jahren?“ Und an Beschreibungen wie dieser. „Sie warf ihm das Geld …

Bonnie Kistler: Die Anwältin … und plötzlich ist sie selbst das Opfer

Dass es auf den ersten Satz ankomme, behaupten viele, die sich intensiv mit Büchern beschäftigen. Im Falle dieses Thrillers ist man froh, dass er kein Indiz für das Nachfolgende ist: „Da war es, das Gefühl, der Rausch, der Nervenkitzel, die freudige Erregung, die wie flüssiges Gold durch die Adern flossen.“ Das ist entschieden suboptimal für …

Willi Winkler: Kissinger & Unseld

Während meiner Gymnasialzeit wunderte ich mich gelegentlich, was eigentlich berühmte Fussballer (nichts imponierte mir damals mehr) und berühmte Politiker (nichts interessierte mich damals weniger), die regelmässig zusammen auf Pressefotos zu sehen waren, gemeinsam hatten. Den Erfolg natürlich, stellte ich mit einiger Ernüchterung fest. Heutzutage sehe ich das zwar im wesentlichen immer noch so, doch mein …

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