Gerald Kersh: Hirn und zehn Finger

Der mir bislang unbekannte, 1911 in Teddington-on-Thames, London geborene Gerald Kersh, war „während des Zweiten Weltkriegs der meist gelesene Schriftsteller des Vereinigten Königreichs“, wie ich aus den informativen und aufklärenden Nachbetrachtungen zu Leben und Werk des Autors von Angelika Müller und Frank Nowatzki erfahre. Er starb 1968 mittellos als amerikanischer Staatsbürger in Kingston, New York. …

Les Edgerton: Primat des Überlebens

Les Edgerton hat unter anderem „wegen Einbruchs, bewaffneten Raubüberfalls und versuchter Hehlerei zwei Jahre im berüchtigten Pendleton Reformatory abgesessen.“ Kein Wunder also, dass wir in diesem Werk auch einiges über amerikanische Gefängnisse lernen. Jake Bishop, der heute in einem Friseursalon namens Tangerine Z Hair Designs arbeitet, wird von einem ehemaligen Knastkumpel namens Walker aus Pendleton, …

Charles Willeford: Filmriss

Elmore Leonard, dessen Bücher ich einst gefressen habe, schwärmte von Charles Willeford, dessen „Auch die Toten dürfen hoffen“ ich sogar zweimal gelesen habe, einmal auf Englisch und einmal auf Deutsch, und das ist mir bei einem Krimi, soweit erinnerlich, noch nie passiert. Übrigens: Charles Willeford starb 1988 und nicht 1998, wie der Verlag irrtümlicherweise angibt …

Megan Abbott: Aus der Balance

Die Geschichte packt einen sofort, das liegt am dem sehr eigenen, fesselnden Rhythmus. Worum geht’s? Eine Ballettschule in einer amerikanischen Kleinstadt, die die Schwestern Dara und Marie Durant von ihrer Mutter geerbt haben. Ein Ort der Sehnsucht. Wer darf wen spielen? Stress. Neid und Eifersucht. Charlie, der ehemalige Lieblingsschüler der verstorbenen Madame Durant, stösst dazu. …

Ted Lewis: Schwere Körperverletzung

Ted Lewis wurde 1942 in Manchester geboren, studierte an der Hull Art School, arbeitete in der Werbung und wird zur britischen Noir-Schule gezählt. Er „starb überraschend im Jahr 1982“, lese ich in der Kurzbiografie des Verlages. Als ich dann jedoch aus dem Vorwort von Derek Raymond erfahre, dass Lewis offenbar ein schwerer Alkoholiker („Und keiner …

Tom Franklin: Wilderer

Tom Franklins Krumme Type, krumme Type hat mich nicht zuletzt auch deswegen beeindruckt, weil ich mich bei den Naturschilderungen so recht eigentlich mit vor Ort fühlte, ein Eindruck, der sich auch bei den vorliegenden Geschichten wieder einstellte. Übrigens: „Ich weiss natürlich, dass Arkansas für die meisten Leuten zum Süden zählt, aber es ist nicht mein …

Tom Franklin: Krumme Type, krumme Type

Die neunzehnjährige Studentin Tina Rutherford, Tochter eines vermögenden Sägereibesitzers, ist auf dem Weg zur Ole Miss, wo sie im ersten Studienjahr eingeschrieben war, verschwunden. Der junge schwarze Constable Silas Jones, genannt 32 („Was bist du denn so bedrückt?“, fragte sie, als die Kellnerin gegangen war. „Die Zeitung hat dich doch nicht etwa schon wieder 31 …

Garry Disher: Hitze

„Es lief jetzt schon nicht rund“ lautet der erste Satz. Berufsverbrecher Wyatt, obwohl er dringend einen Job braucht, wird sich auf diese Trottel nicht einlassen. Er sagt es nicht, er handelt entsprechend. Diese Trottel – die Pepper Brüder, der drogensüchtige Syed, Stefan Vidovic – bleiben mit dem wortkargen Eigenbrötler Wyatt („Er offenbarte seine Bedürfnisse nicht. …

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