Lawrence Osborne: Denen man vergibt

Die Henningers aus London, er Arzt, 51, sie Schriftstellerin, zehn Jahre jünger als ihr Mann, fahren zu einer Party von Freunden nach Marokko. Beide wollen den jeweils anderen kontrollieren, sind sich im gegenseitigen Hass aufeinander verbunden, sie wirken beide stets latent angespannt. Das ist ausgesprochen subtil geschildert. Die marokkanischen Männer, an denen sie vorbeikommen, strahlen …

Andreas Bähr: Athanasius Kircher

Der 1602 in Thüringen geborene Athanasius Kircher, Theologe, doch vor allem Naturphilosoph, wurde 1633 von Papst Urban VIII. nach Rom berufen, „um am Collegium Romanum, der ersten und wichtigsten Studienstätte seines Ordens (der Jesuiten), zu forschen und zu lehren.“ Und was der Mann alles erforschte! Drachen etwa, die er für natürliche Wesen hielt. Oder Hieroglyphen. …

Michel Pastoureau: Alle unsere Farben

„Jede Kultur definiert Farben vor dem Hintergrund ihrer natürlichen Umgebung und klimatischer Begebenheiten, begreift sie im Kontext der eigenen Geschichte, Erfahrungen und Traditionen“, schreibt Michel Pastoureau und in mir fragt es automatisch: Ist es ‚meine‘ Kultur, die bestimmt, wie ich Farben sehe bzw. sie zu sehen habe? Doch dann lese ich: „Jeder und jede geht …

Milena Michiko Flašar: Oben Erde, unten Himmel

Takada Suzu, 25, weiblich. Skorpion, ist gerne allein, Gruppen sind nicht ihr Ding. Doch was für sie stimmt, sorgt bei anderen für Irritationen. Sie ist vom Land in die Stadt gezogen, hat nach einem Semester das Studium hingeschmissen. Ihr ist es wohl so, obwohl sie auch einsam ist und sich deswegen einen Hamster zulegt – …

Peter Burke: Giganten der Gelehrsamkeit

Es sei dies ein Buch „über Einzelpersonen und kleine Gruppen, denen es ebenso um das grosse Ganze wie um Details ging und die sich oft um den Transfer oder die ‚Übertragung‘ bestimmter Ideen und Praktiker von einer Disziplin zur anderen bemühten“, schreibt Peter Burke in seinem Vorwort.Mich haben Universalgelehrte immer schon fasziniert. Das hat auch …

Alan Bennett: Der souveräne Leser

Dass das Leben die Versprechungen der Literatur selten halten kann, weiss nicht nur jeder Leser (und jede Leserin), sondern ist so recht eigentlich ein Gemeinplatz, ausser natürlich, man konkretiert dies so anschaulich wie Alan Bennett es tut, der in Der Verrat der Bücher, dem ersten Essay dieses Bandes, unter anderem ein Picknick beschreibt, das nicht …

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