Susan Bernofsky: „Hellseher im Kleinen“

Als Susan Bernofsky vor über dreissig Jahren begann, Robert Walsers Werke ins Englische zu übersetzen, war eine Biografie über ihn zu schreiben, das letzte woran sie dachte. Wie sie dabei vorgegangen ist, erläutert sie in ihrer Einleitung, der die Begeisterung für ihre Arbeit anzumerken ist. Die Bezeichnung „Hellseher im Kleinen“ geht auf W.G. Sebald zurück. …

Tim Cornwell (Hrsg.): Ein diskreter Spion. John le Carrés Briefe

Tim Cornwell, der diese Briefe seines Vaters herausgegeben hat, starb kurz nach Fertigstellung dieses Buches. Sein Vorwort ist teils Lobeshymne, teils Porträt, ein hellsichtiges und einfühlsames. „Anscheinend fühlte er sich vor allem von Menschen angezogen – ob nun romantischerweise oder nicht – , die konsequent und wirkmächtig handelten, aber auch von denen, deren Verzweiflung seiner …

Kim Stanley Robinson: Das Ministerium für die Zukunft

Eine Hitzewelle lässt die Temperaturen in Indien auf weit über 50 Grad Celsius steigen, Millionen sterben, neben Menschen auch Kühe und Hunde – der Gestank ist grässlich. Eingetreten ist, was vorherzusehen war, doch niemand hatte die Klimabeschlüsse eingehalten. Man tat, was man immer schon getan hatte – man kümmerte sich um sich selber, die eigenen …

Jakob Bodan: Das Schöne, Wahre und Böse

Im Grand Hotel Montagne liegt ein toter Gast in der Badewanne, das Zimmermädchen erschrickt sich (fast) zu Tode. „In Kürze betreten hastigen Schritts Senior Floor Supervisor Gitta Lobinger und ihr Chef, Executive Housekeeper Friedrich Lüthi, gemeinsam die Superior Junior Suite zum Preis von 1420 Franken pro Nacht.“ Ganz wunderbar, dieser Einstieg in einen Thriller, in …

Nicolas Verdan: Die Coachin

Es ist ja schon ein ziemlich vertracktes Ding mit den Wörtern aus anderen Sprachen. Im Englischen jedenfalls gibt es keine weibliche Form von Coach, das Französische behilft sich elegant mit La Coach, doch Die Coachin? Die Beraterin würde eher passen. Nun gut: Bei dieser Gender-Frage gehen wir im Deutschen einen meines Erachtens falschen Weg, auf …

Louise Jacobs: Louise sucht das Weite

Louise Jacobs, geboren 1982 in Zürich, kommt mit der Schweizer Perfektion nicht zurecht, zieht mit achtzehn nach Berlin, fühlt sich befreit. „In Berlin war ich am richtigen Platz.“ Vierzehn Berliner Jahre später fühlt sie sich leer, unendlich leer. Und denkt an das Land ihrer Sehnsucht, den Wilden Westen. In ein Leben als Aussenseiter im Wilden …

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Erste Schritte