Jason Stanley: Wie Faschismus funktioniert

„Wie Faschismus funktioniert – das klingt nach einer Gebrauchsanweisung und soll wohl auch so klingen“, bemerkt Rahel Jaeggi im Vorwort treffend. Und genau das, eine Gebrauchsanweisung hatte ich mir auch erhofft, doch das ist dieses Buch nicht. Stattdessen klärt es Begriffe, wie das Akademiker eben so tun. Und es thematisiert für den Faschismus Typisches wie …

Andreas Föhr: Totholz

Es passiert selten, dass mich ein Kriminalroman lachen macht. Doch Totholz hat das bereits auf den ersten Seiten geschafft, auf denen drei Männer, die sich so unbedarft anstellen, dass man automatisch annimmt, sie entstammten dem richtigen Leben, mittels einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden Kanone eine Schwarzbrennerei zusammenschiessen, die in der Folge in Flammen aufgeht. …

Zygmunt Bauman: Fragmente meines Lebens

Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen, starb 2017 in Leeds; das vorliegende Werk, von seiner Biographin Izabela Wagner herausgegeben, besteht aus ganz unterschiedlichen Schriften, für deren Zusammenstellung viel Einfühlungsvermögen erforderlich war. Einerseits sind es für die Familie geschriebene Texte, andererseits an die Öffentlichkeit gerichtete. Wie der Titel sagt, handelt es sich um Fragmente, und das …

Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.): ZFM 30: Was uns ausgeht

Was, um Himmels Willen, bewegt jemanden wie mich, der nur experimentelle Wissenschaft als Wissenschaft gelten lässt (und für methodologische Rechtfertigungsversuche bestenfalls ein müdes Lächeln übrig hat), eine Zeitschrift für Medienwissenschaften zur Hand zu nehmen? So recht eigentlich weiss ich das selber nicht, denn die Medien, die mich einst faszinierten, erlebe ich heutzutage nur noch als …

Franziska Augstein: Winston Churchill

Woher kommt mein Interesse an Churchill? Natürlich kann ich darüber nur Vermutungen anstellen, denn es ist mein Unbewusstes, das mein Leben regiert, doch ich gehe davon aus, dass einschlägige Werke in meines Vaters Bücherregal damit zu tun haben, dass ich mich für diesen vielfältig begabten und höchst eindrucksvollen Mann zu erwärmen begann. Zudem begeisterten mich …

Christoffer Carlsson: Wenn die Nacht endet

Schweden im Winter 1999. Im halländischen Skavböke wird der 18jährige Mikael Söderström erschlagen aufgefunden. Die Polizistin Siri Bengtsson geht der Sache nach, befragt die beiden 18jährigen Sander Eriksson und Killian Persson. „Die Neunzigerjahre neigten sich dem Ende zu. Vieles habe sich verändert, sagten die Eltern, an manchen Tagen kenne man sich kaum noch aus. Es …

Gerald Kersh: Hirn und zehn Finger

Der mir bislang unbekannte, 1911 in Teddington-on-Thames, London geborene Gerald Kersh, war „während des Zweiten Weltkriegs der meist gelesene Schriftsteller des Vereinigten Königreichs“, wie ich aus den informativen und aufklärenden Nachbetrachtungen zu Leben und Werk des Autors von Angelika Müller und Frank Nowatzki erfahre. Er starb 1968 mittellos als amerikanischer Staatsbürger in Kingston, New York. …

Julian Hans: Kinder der Gewalt

Der Mensch will verstehen, doch da das Universum viel zu mysteriös ist, um es verstehen zu können, behilft er sich damit, die Wirklichkeit auf für ihn Verständliches zu reduzieren. Zu den vielen Dingen, die wir nicht verstehen, gehört die Gewalt und die Grausamkeit, die, so scheint es zumindest, in Russland ganz besonders ausgeprägt ist. Diese …

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