Die Bücher, die einen sofort packen, sind rar. Die Schriftsteller, die solche Werke schaffen, genau so. Zu ihnen gehört Andreas Eschbach, der über ein Schreibtalent verfügt, das ich ziemlich einzigartig finde. Unterhaltsam, witzig, spannend, lebensnah und voller smarter Einsichten – ein Thriller, der gleichzeitig eine intensive Auseinandersetzung mit wesentlichen Lebensfragen, Angst und Tod also, ist. …
Tag Archives: Frankreich
Christian Buder: Der Dachs
Ich bin sofort drin in diesem Roman, sympathisiere automatisch mit Ronan Prad von der Gendarmerie Maritime, der zum Schwimmen und Tauschen unterwegs ist (was so anschaulich geschildert wird, dass man glaubt, mit dabei zu sein), und einen Dachs vor einem fanatischen Jäger rettet. Der Dachs ist ein philosophischer Krimi – hier wird über Grundsätzliches reflektiert. …
Sonia Purnell: Eine gefährliche Frau
Virginia Hall war eine eigenwillige Frau „aus der besten amerikanischen Gesellschaft“, die sich selbst als „streitsüchtig und kapriziös“ beschrieb, „eine Einschätzung, die ihre Mitschülerinnen teilten, ungeachtet dessen aber ihr Talent für Organisation und Unternehmergeist würdigten“, wie Sonia Purnell in dieser Biografie, die sich wie ein Thriller liest, notiert. Im türkischen Smyrna (dem heutigen Izmir) muss …
Sadie Jones: Die Skrupellosen
Die englischsprachige Presse (jedenfalls ein Teil davon) ist voll des Lobes für diesen Roman, der im Original etwas anders heisst (The Snakes) und glücklicherweise nicht wörtlich übersetzt wurde. Der Auftakt ist grandios: „In der Nacht, als sie beschlossen, London zu verlassen, hatte Bea einen Traum. Träume sind wie Stummfilme – da werden Waffen abgefeuert, ohne …
Thomas Espedal: Gehen
„Langsam wird mir klar: Du bist glücklich, weil du gehst.“ Und: „Je älter ich werde, desto mehr freue ich mich über das Leben. Ich habe immer grössere Angst vor dem Tod. Das erstaunt mich. Ich werde mit dem Alter nicht klüger, im Gegenteil …“. Gleich zu Beginn dieses Buches stolpere ich über diese Sätze. Nicht, …
François Cheng: Fünf Meditationen über den Tod
Es ist dieser Perspektivenwechsel, den François Cheng in der ersten Meditation dieses schön gestalteten Werkes vorschlägt, der mich ganz unbedingt für diesen Text einnimmt. „Anstatt den Tod von dieser Seite des Lebens aus wie ein Schreckgespenst anzustarren, könnten wir den Tod in unsere Sicht einbeziehen und das Leben von der anderen Seite, nämlich von unserem …