„Das Leben ist, nüchtern & genau besehen, die sonderbarste Angelegenheit; enthält die Essenz von Wirklichkeit“, notiert Virginia Woolf am 30. September 1926 in ihr Tagebuch. Zu fassen ist sie nicht. Was bin ich?, fragt sie sich, und konstatiert: „Aber durchs Schreiben komme ich an nichts heran. Ich habe nur die Absicht, einen merkwürdigen Geisteszustand festzuhalten.“ …
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Michael Maar: Leoparden im Tempel
Diese Porträts beginnen mit Hans Christian Andersen, einem offenbar höchst unangenehmem Zeitgenossen, und enden mit Elias Canetti, den, wie es scheint, Einiges mit dem begabten Märchenerzähler Andersen verbindet: „Manches an ihm hat etwas Märchenhaftes.“ Kommt dazu, dass beide ausgesprochene Egomanen sind. Schön, wie sich der Kreis schliesst – Leoparden im Tempel ist ganz wunderbar komponiert. …
W. E. B. Du Bois: „Along the color line“
Immer mal wieder bin ich im Laufe der Jahre auf den Namen W.E.B. Du Bois gestolpert, doch das vorliegende Buch, das einerseits Kolumnen aus dem „Pittsburgh Courier“, und andererseits mit einem erhellenden Nachwort von Oliver Lubrich, Professor für Komparatistik an der Universität Bern, versehen ist, das ich so recht eigentlich spannender fand als Du Bois‘ …
Boris Friedewald: Meisterinnen des Lichts
Einen ganz tollen, sehr schön gestalteten Band gilt es anzuzeigen: Meisterinnen des Lichts. Grosse Fotografinnen aus zwei Jahrhunderten. Als Autor zeichnet Boris Friedewald, über den man allerdings im Buch nichts erfährt und so muss man zur Homepage des Verlages gehen, um sich kundig zu machen und liest dort, Herr Friedewald sei 1969 geboren, habe Kunstgeschichte, Pädagogik …
Rebecca Solnit: Die Kunst, sich zu verlieren
Unsere Corona-Zeiten haben mir wieder einmal vor Augen geführt, wie schlecht wir mit Unsicherheiten umgehen können. Das Unbekannte ist uns generell eher unheimlich, wir versuchen ihm auszuweichen so gut es eben geht. Wir wollen uns nicht verlieren, ganz im Gegenteil, uns ist es um Sicherheit zu tun. Und obwohl wir wissen, dass alles im Leben …