Lavie Tidhar: Maror

Maror erzählt von den Erfahrungen zweier nicht gerade einfühlsamer israelischer Polizisten zwischen 1974 und 2008. Dieser Thriller schildert ein Israel, das in den Massenmedien, die tendenziell darauf ausgerichtet sind, uns die Welt verständlich zu machen (und das meint: zu vereinfachen), so nicht vorkommt. Schliesslich gibt es so viele Israel wie es Israelis gibt – was …

Joseph O’Neill: Godwin

Der charismatische Mark Wolfe („Alle kannten ihn als Wolfe, als wäre er ein Fernsehdetektiv.“), studierter Molekularbiologe, der bei der P4-Group als technischer Redakteur arbeitet, wird von seiner Chefin Lakesha zu einer Aussprache (Kunden hatten sich beschwert) in ein Café gebeten. Er taucht mit seinem Hund auf; seine Hundeerziehungsphilosophie sei, wie er erläuterte, von der benediktinischen …

Lydia Lewitsch: Der Fall Miriam Behrmann

Miriam Behrmann, Professorin und Institutsleiterin an der Maximilian-Universität Wien, wird von ihrer Doktorandin, der türkischstämmigen Selina Aksoy, des psychischen Missbrauchs beschuldigt. Eindrücklich demonstriert Lydia Lewitsch wie sich in unserer Zeit, der eine Opfermentalität und Rechthaberei eignet, Vorwürfe verselbstständigen. So melden sich nach Selinas Vorstoss auch andere, die sich von Miriam Behrmann missbraucht fühlen. Um einen …

Megan Abbott: Wage es nur!

Der Information auf der Buchrückseite entnehme ich, dass es bei diesem Buch um ein Team der Cheerleader gehe. Cheerleader? Sind das nicht die jungen Frauen, die vor einem Football Spiel jeweils ihre Mannschaften anfeuern? Da ich es nicht wirklich weiss und das Buch keine Antwort gibt, hilft Google, wo ich erfahre: „Cheerleading ist eine Kombination …

Jason Stanley: Wie Faschismus funktioniert

„Wie Faschismus funktioniert – das klingt nach einer Gebrauchsanweisung und soll wohl auch so klingen“, bemerkt Rahel Jaeggi im Vorwort treffend. Und genau das, eine Gebrauchsanweisung hatte ich mir auch erhofft, doch das ist dieses Buch nicht. Stattdessen klärt es Begriffe, wie das Akademiker eben so tun. Und es thematisiert für den Faschismus Typisches wie …

Andreas Föhr: Totholz

Es passiert selten, dass mich ein Kriminalroman lachen macht. Doch Totholz hat das bereits auf den ersten Seiten geschafft, auf denen drei Männer, die sich so unbedarft anstellen, dass man automatisch annimmt, sie entstammten dem richtigen Leben, mittels einer aus dem 18. Jahrhundert stammenden Kanone eine Schwarzbrennerei zusammenschiessen, die in der Folge in Flammen aufgeht. …

Zygmunt Bauman: Fragmente meines Lebens

Zygmunt Bauman, geboren 1925 in Posen, starb 2017 in Leeds; das vorliegende Werk, von seiner Biographin Izabela Wagner herausgegeben, besteht aus ganz unterschiedlichen Schriften, für deren Zusammenstellung viel Einfühlungsvermögen erforderlich war. Einerseits sind es für die Familie geschriebene Texte, andererseits an die Öffentlichkeit gerichtete. Wie der Titel sagt, handelt es sich um Fragmente, und das …

Gesellschaft für Medienwissenschaft (Hg.): ZFM 30: Was uns ausgeht

Was, um Himmels Willen, bewegt jemanden wie mich, der nur experimentelle Wissenschaft als Wissenschaft gelten lässt (und für methodologische Rechtfertigungsversuche bestenfalls ein müdes Lächeln übrig hat), eine Zeitschrift für Medienwissenschaften zur Hand zu nehmen? So recht eigentlich weiss ich das selber nicht, denn die Medien, die mich einst faszinierten, erlebe ich heutzutage nur noch als …

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