Abdulrazak Gurnah, geboren 1948 im Sultanat Sansibar, Professor emeritus für englische und postkoloniale Literatur der University of Kent, lebt in Canterbury. 2021 wurde er mit dem Literaturpreis ausgezeichnet. Meine Skepsis bzw. Voreingenommenheit– Uni-Professoren, die gut schreiben, sind selten; der Nobelpreis, wie Preise generell, eine Auszeichnung für erwiesene Harmlosigkeit – verfliegt schon während der ersten Seiten, …
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Estrelitzia
Santa Cruz do Sul, Brasilien, am 4. Januar 2021
James Bridle: Die unfassbare Vielfalt des Seins
Der englische Titel dieses Buches heisst „Ways of Being“ und erinnert mich an John Bergers „Ways of Seeing“, ein Werk, dem ich wesentliche Einsichten in Sachen Wahrnehmung zu verdanken habe. Die unfassbare Vielfalt des Seins handelt ebenso von der Wahrnehmung, auch wenn der Untertitel Jenseits menschlicher Intelligenz natürlich nicht halten kann, was er verspricht, denn …
Am Wegrand
Am Wegrand, Sargans, am 19. Mai 2023
James Kestrel: Fünf Winter
November 1941, Hawaii. Ein junger weisser Mann wird übelst zugerichtet an einem Fleischerhaken aufgehängt gefunden. Dem jungen Detective Joe McGrady, mit einem dieser typisch nordamerikanischen Kinn-Gesichter („McGrady hatte eines dieser Gesichter. Kantig und irgendwie unfertig, als wäre der Meissel seines Bildhauers am zu harten Stein zerbrochen.“), wird aufgetragen, sich des Falles anzunehmen. Auf dem Rückweg …
Am Wegrand
Sargans, am 13. Mai 2023
Tobias Nolte / Kai Rugenstein (Hrsg.): 365 x Freud
Mit 365 Freud-Zitaten durchs Jahr, kommentiert von 280 Autoren, Frauen und Männern, die jeweils ihre eigene Lesart vorstellen. Dieses Werk beginnt mit dem ersten Satz von Freuds erster wissenschaftlicher Arbeit, die von den Geschlechtsteilen des Aals handelt, und deren Schussfolgerung von Herausgeber Kai Rugenstein als eigentliche Tugend des späteren Sexualforschers Freud bezeichnet wird: „Das Rätselhafte, …
Weiterlesen Tobias Nolte / Kai Rugenstein (Hrsg.): 365 x Freud
Am Wegrand
Sargans, am 13. Mai 2023
Stephen Amidon: Das Ende von Eden
Ein ungemein packender Einstieg, ein rasanter Erzählstil voller Witz, der sich auch so toller Ausdrücke bedient wie „Armleuchter“, und Schilderungen enthält, die mich laut heraus lachen lassen. „Sein Blick war fest auf die Cops gerichtet, seine Stirn so stark gerunzelt, dass es aussah, als befände er sich im Anfangsstadiums eines Schlaganfalls. Er sagte kein Wort, …
Am Wegrand
Sargans, am 13. Mai 2023