Eva Meijer: Die Grenzen meiner Sprache

Wir leben in bekenntnisfreudigen Zeiten, kaum einer (Frauen inklusive), der ohne seine Innerstes nach aussen zu kehren, in einer Therapiegruppe oder in einer Talkshow akzeptiert würde. Wie wohltuend ist da ein Essay einer Philosophin  – Eva Meijer, Jahrgang 1980, forscht an der Universität von Wageningen – , die weder ein wahrheitsgetreues Bild ihres bisherigen Lebens noch ein …

James Lee Burke: Eine Zelle für Clete

James Lee Burke zu lesen bedeutet in den Süden der USA einzutauchen und gleichzeitig eine Zeitreise zu machen. „Hier im tiefen Süden kann es dir auch heute noch passieren, dass du eines Morgens aufwachst und dich fragst, ob du ins Jahr 1862 zurückversetzt wurdest. Vielleicht wirst du dir dann sogar mit einem Anflug von schlechtem …

Abdulrazak Gurnah: Ferne Gestade

Als Saleh Omar auf dem Flughafen Gatwick landet, hat er eine Mahagonischachtel mit Weihrauch bei sich, deren Herkunft (und was drumherum erzählt wird) sich wie ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht liest. Der Inhaber eines Möbelgeschäfts („… ich habe mich immer schon für Möbel interessiert. Zumindest beschweren sie uns und sorgen davor, auf die Bäume zu …

Bernd Hontschik: Heile und Herrsche!

Wir leben in Zeiten, in denen die Profitmaximierung über allem steht. In so ziemlich jedem Bereich, einschliesslich dem Gesundheitswesen, was so recht eigentlich absurder nicht sein könnte, wenn denn der gesunde Menschenverstand von Relevanz wäre. Nur eben: Er ist es nicht. Leider. In den USA sind privat geführte Gefängnisse gang und gäbe; nächstens kommt womöglich …

Laurence C. Smith: Weltgeschichte der Flüsse

Luftaufnahmen hätten gezeigt, dass die Geschichte Thailands ganz neu geschrieben werden müsse, sagte der Mann in der Lobby „meines“ Hotels in Prachuap Khiri Khan. Ob er das etwas ausführen könne?, fragte ich ihn, der sich als Geografie-Professor an der Chulalongkorn-Universität in Bangkok entpuppte. Was man seit alters her für Landstrassen gehalten habe, seien in Wirklichkeit …

Jörg Lauster: Das Christentum

Getauft, Ministrant, Klosterschule bis zum Rauswurf nach drei Jahren – man müsste annehmen, das Christentum sei mir einigermassen vertraut. Ist es auch, hauptsächlich in der Vertrautheit mit Schuldgefühlen, einzelnen katholischen Priestern, deren Integrität ich bewundere, und dem absoluten Unverständnis in Sachen Dreifaltigkeit, die sich mir nicht einmal im Ansatz erschliesst. Mit anderen Worten: Ich bin …

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