Julia Voss und Daniel Birnbaum: Hilma af Klint und Wassily Kandinsky träumen von der Zukunft

Im Vorwort von Herausgeberin Susanne Gaensheimer stosse ich unter anderem auf diese Sätze, die fortan „meinen“ Kontext definieren. Zum Einen: „Der Kalte Krieg stellte die Weichen. Ungegenständlich zu malen galt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Inbegriff einer Freiheit, die der Westen bot und der Osten verbot.“ Wer sich sprachlich derart treffend auszudrücken …

Virginia Woolf & Vita Sackville-West: Love Letters

Weshalb Love Letters, weshalb nicht Liebesbriefe? Nun ja, auch Buchverlage gehen mit der Zeit, und die heutige will gerade alles auf Englisch. Besonders originell ist das nicht gerade … Dazu kommt, dass hier nicht nur Briefe, die sich die beiden Frauen geschrieben haben, versammelt sind, sondern auch Tagebucheinträge sowie Briefe von Vita an ihren Mann …

Patrícia Melo: Die Stadt der Anderen

Patrícia Melo zähle zu den wichtigsten Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur, lässt mich der Verlag wissen, und in mir denkt es: Wer bestimmt eigentlich, was eine wichtige Stimme in der brasilianischen Gegenwartsliteratur ist? Nach welchen Kriterien? Wie auch immer. Wir leben in Zeiten der Superlative (und darin unterscheiden sich Verlage nicht von Supermärkten) und so gehört …

Omri Boehm / Daniel Kehlmann: Der bestirnte Himmel über mir

Wenn zwei Kant-Experten – Philosophie Professor der eine, Autor (der einst eine Doktorarbeit über Kant begonnen hat) der andere – sich über den Mann aus Königsberg austauschen, wird es nicht ausbleiben, dass ein Laie (jedenfalls einer wie ich) gelegentlich nur Bahnhof versteht („Zwar haben spätere Denker versucht, das synthetische Apriori und die Kritik vor der …

Iwan Bunin: Der Sonnenstich

Zuallererst: Ansprechender Umschlag, gutes Format, leserfreundlicher Satzspiegel – das Buch liegt gut in der Hand. Es sind dies die ersten Texte, die ich von diesem Autor lese; sie würden „eine meisterhafte epische Tiefe“ aufweisen, schreibt der Verlag – was auch immer das sein mag. Die erste Erzählung, Mitjas Liebe, ist von Eifersucht geprägt, die einen …

Simon Sahner / Daniel Stähr: Die Sprache des Kapitalismus

Ob man ein Buch mag, entscheidet sich oft auf den ersten Seiten. Im Falle von Die Sprache des Kapitalismus ist die Lage jedoch alles andere als eindeutig. „Wenn wir immer nur von Ärzten und Krankenschwestern sprechen statt von Ärzt*innen und Pflegekräften, sind Menschen in weissen Kitteln und hoher Position in Krankenhäusern in unserer Vorstellung männlich …

Leonie Schöler: Beklaute Frauen

Der Titel sagt bereits alles. Trotzdem hält es die Autorin für nötig zu erwähnen, „die Darstellung dass nur weisse (das meint nicht die Hautfarbe, sondern die politische und gesellschaftliche Machtposition) Männer Dinge von Bedeutung getan, gesagt oder gedacht haben, stimmt einfach nicht.“ Selbstverständlich hat sie Recht, doch das wissen alle mit einem bisschen Verstand, weil …

Neil deGrasse Tyson: Im Spiegel des Kosmos

Es geschieht selten, sehr, sehr selten, also eigentlich nie, dass ich wegen eines Zitats, das einem Buch vorangestellt ist, in regelrechte Begeisterungsstürme ausbreche. Die Ausnahme ist dieses Zitat hier, es stammt von Edgar D. Mitchell, Astronaut der Apollo 14: „Von dort draussen, vom Mond aus betrachtet wirkt die Weltpolitik so lächerlich kleinlich. Am liebsten möchte …

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Erste Schritte