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Erste Schritte

Andrej Kurkow: Tagebuch einer Invasion

Andrej Kurkow ist ethnischer Russe, lebt seit jeher in Kyiiw und ist auch deswegen quasi prädestiniert (ein anderer Grund ist, dass er ein aufmerksamer und nachdenklicher Beobachter ist), sich zum russischen und ukrainischen Nationalcharakter zu äussern. Der Fatalismus, der den Russen eignet, gibt es in der Ukraine nicht. „Ukrainer sind selten niedergeschlagen. Sie sind auf …

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Gary Shteyngart: Landpartie

New Yorker Kultautor, lese ich im Klappentext, und befürchte die damit einhergehende bemühte Originalität – und so ist es dann auch (eine Scheune, „die so rot war, dass es schon ans Patriotische grenzte.“ „Dee Cameron fuhr wie eine Tochter der beiden Carolinas, die Haupt- und Nebenstrassen eine natürliche Verlängerung ihrer in Sandalen steckenden Füsse.“), doch …

Josie-Marie Perkuhn / Mariana Münning (Hrsg.): Operation Covid

Die Massenmedien funktionieren derart gleichgeschaltet, dass einem Angst und Bange werden kann. Nach zwei Jahren Corona auf allen Kanälen, nun seit einigen Wochen die Ukraine auf allen Kanälen. Wir werden zugeschüttet mit Informationen. Das ist Propaganda, die sich jedoch in sogenannt freiheitlichen Staaten (wo das Geld an der Macht ist) und in autoritären Staaten (wo …

Karl Heinz Roth: Blinde Passagiere

Will man das Virus bekämpfen oder das System (Föderalismus, Gesundheitswesen) schützen?, war die Frage, die sich zu Beginn der Covid-19 Pandemie stellte. Die Priorität hatte der Systemschutz. Das war ein instinktiver und nicht etwa ein rationaler Entscheid, denn uns Menschen – das Unvertraute (das Virus) ängstigt uns – geht es vorrangig immer um Sicherheit, also …

Mary Shelley: Der letzte Mensch

Es liegt noch nicht lange zurück seit ich Mary Shelleys Frankenstein oder der neue Prometheus gelesen habe, schwer beeindruckt, dass eine so junge Frau (sie war 18 als sie damit begann, 21 als sie es zu Ende gebracht hatte) über eine derartige Hellsichtigkeit verfügen kann. Seit dieser Lektüre weiss ich wieder einmal, dass es Klassiker …

Klaus Püschel: Die Toten können uns retten

Ohne die Angst könnten wir nicht leben. Sie warnt uns, schützt uns vor Bedrohungen. Nimmt sie allerdings überhand, reagiert sie etwa auf Bedrohungen, die nur in unserem Kopf existieren, braucht sie einen Gegenspieler: das Wissen. Dass dieses nicht immer hilft, das wissen wir, doch meistens schon. Weshalb denn auch das Credo der Rechtsmedizin lautet: „Wir …

Peter Spork: Die Vermessung des Lebens

Obwohl mir der ganzheitliche Ansatz, also das Geschehen im Körper als komplexes Netzwerk zu verstehen, sehr zusagt, bin ich bereits nach den ersten Seiten versucht, dieses Buch in die Ecke zu schmeissen. Das liegt an dem unsäglichen Ton und den vollkommen realitätsfremden Behauptungen wie etwa: „Wir alle können plötzlich Exponentialfunktionen lesen.“ Oder: „Wir haben verstanden, …

Prof. Dr. Thomas Bein: Ins Mark getroffen

Nichts ist für unsere Zeit charakteristischer als der Zwang, sich zu verkaufen. Weshalb denn auch der Verlag nicht nur mit den akademischen Titeln des Autors auf dem Umschlag wirbt, sondern ihn überdies noch als Intensivmediziner anpreist. Der eine oder die andere mag sich bei dieser geballten Verkaufsanstrengung fragen, was denn eigentlich so speziell daran sein …

Mai Thi Nguyen-Kim: Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Mai Thi Nguyen-Kim, studierte Chemikerin, ist als Wissenschaftsjournalistin tätig, engagiert und der Aufklärung verpflichtet. „Die zunehmend verschwimmende Grenze zwischen Fakten und Meinungen, die Informations- und Desinformationsüberflutung in sozialen Medien und die scheinbar unerschütterliche Realitätsfeindlichkeit mancher Menschen, die die Erde für flach oder Viren für nicht existent erklärten (ja, das gab es auch schon vor Corona), …

Alexander Bogner: Die Epistemisierung des Politischen

Wäre der Untertitel nicht gewesen, den ich verstanden habe, hätte ich mir dieses Buch niemals vorgenommen, denn ich verstehe seinen Titel nicht. Im Gegensatz zu meinen Jugendjahren fühle ich mich deswegen zwar nicht blöd, doch mein Respekt für Leute, die sich so ausdrücken, hält sich in Grenzen. Und so befürchtete ich einen dieser akademisch unlesbaren …