Chimamanda Ngozi Adichie: Americanah

Der erste Satz müsse einen packen, heisst es. Oder der erste Absatz. Oder auch die erste Seite. Bei „Americanah“ reicht schon der erste Teil des ersten Satzes, weil er mich erinnert, an Mendoza, die Stadt in der argentinischen Wüste, von der eine Freundin in der Schweiz wissen wollte, wie sie rieche und ich mich so …

Steven Pinker: Aufklärung jetzt

Wer könnte nicht für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt sein, war einer meiner ersten Gedanken, als ich dieses umfangreiche Werk zur Hand nahm. Der Ökonom Friedrich Hajek bemerkte dazu 1960: „Wenn alte Wahrheiten ihren Einfluss auf das Denken der Menschen behalten sollen, müssen sie von Zeit zu Zeit in der Sprache und den Begriffen der …

Florian Illies: Liebe in Zeiten des Hasses

Natürlich gehe ich diese Liebesgeschichten mit Vorlieben und Abneigungen an. Bertolt Brecht mochte ich noch nie, Florian Illies charakterisiert ihn ganz in meinem Sinn. „Wer so um sich selbst kreist, dem droht eigentlich ein Schleudertrauma. Doch bei Brecht bedroht es nur all die anderen, die ihn beim beständigen Kreiseln zu stören wagen.“ Meine Verachtung für …

Dr. med. Carola Holzner: Keine Halben Sachen

Eine attraktive Frau mit verschränkten Armen, die Unterarme tätowiert, blickt auf dem Cover in die Kamera. Wie kommt eine Ärztin dazu, sich tätowieren zu lassen?, fragt es so in mir. Um sich wie alle, die sich tätowieren lassen, ihrer selbst zu vergewissern, vermute ich. Mehr dazu hier. Selbstverständlich ist auch eine weniger bedeutungsschwere Antwort möglich: …

Stephanie Land: MAID

Port Townsend, Bundesstaat Washington, USA. „Wenn ich vor Jahren über meine Zukunft nachgedacht habe, schien Armut mir unvorstellbar, weit entfernt von jeglicher Realität. Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals so enden würde. Aber jetzt, nach der Geburt eines Kindes und einer Trennung, steckte ich mittendrin in einer Realität, aus der es keinen Ausweg zu …

Philip K. Dick: Zeit aus den Fugen

Ragle Gumm, 46, ledig, verdient seinen Lebensunterhalt durch Preisausschreiben der Lokalzeitung. Eines Tages beschliesst er aufzuhören, seinem Schwager Vic sagt er, er werde an die Universität gehen und ein paar Kurse in Philosophie belegen. Als dieser erwidert: „Tut mir leid, aber für mich ist das nur ein Haufen Worte“, setzt das bei Ragle Gedanken in …

Siddharta Mukherjee: Gesetze der Medizin

Der Mediziner und Autor Siddhartha Mukherjee erhielt 2011 den Pulitzer Preis für sein Buch Der König aller Krankheiten: Krebs – eine Biographie. Mit Gesetze der Medizin legt der S. Fischer Verlag nun seine, wie es im Untertitel heisst, Anmerkungen zu einer ungewissen Wissenschaft  vor. Das Buch ist auf der Grundlage von Mukherjees TED Talk entstanden.  Ist die Medizin eigentlich …

Siddharta Mukherjee: Das Gen

Inwiefern ist der Mensch ein selbstbestimmt handelndes Geschöpf? Wie viel ist in uns angelegt, vorbestimmt, unveränderlich? Glaubt man der Hirnforschung, so sind wir weitestgehend unbewusst, ja, automatisch unterwegs. Und auch die Psychoanalytiker meinen, dass unsere Möglichkeiten, uns zu verändern, höchst begrenzt seien. Seit jeher hat der Mensch danach getrachtet, Einfluss auf sein Schicksal zu nehmen. …

Andrew Solomon: Saturns Schatten

„Die dunklen Seiten der Depression“ lautet Andrew Solomons Saturns Schatten im Untertitel, das von John Berger als „das ungewöhnliche Zeugnis eines Leidens – Aufrichtigkeit gepaart mit Aufklärung“ charakterisiert wurde. Als Motto ist  dem Buch dieses Zitat von Michael Bulgakov (aus: „Die weisse Garde“) vorangestellt: „Alles wird vorübergehen: Leiden, Qualen, Hunger, Blut und Massensterben. Das Schwert wird verschwinden, aber …

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