Nichts, was nicht zur Sucht werden könnte, lautet die heutzutage gängige Auffassung. Der Autor, Therapeut und Analytiker Roland Voigtel sieht das dezidiert anders. „Entgegen diesem ‚weiten‘ Suchtbegriff muss festgehalten werden, dass Sucht eine spezifische Krankheit mit angebbaren Ursachen ist und nicht einfach jeder befallen werden kann.“ Dass nicht jeder süchtig werden kann, das sehe ich …
Tag Archives: Sucht
Maia Szalavitz: CLEAN: Sucht verstehen und überwinden
„Ein revolutionärer Erklärungsansatz und neue Chancen für die Therapie“, verspricht der Untertitel von CLEAN: Sucht verstehen und überwinden und natürlich bin ich skeptisch, wenn der behauptete revolutionäre Erklärungsansatz dann auch noch auf der New York Times-Bestsellerliste landet, denn die New York Times und ihre Leser sind eher dem Bewahren (dem Establishment) und weniger der Revolution zuzurechnen. Neugierig machte …
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Amy Liptrot: Nachtlichter
Amy Liptrot ist auf den Orkneyinseln aufgewachsen, einer vom Meer umtosten, windgepeitschten Inselgruppe im Norden von Schottland zwischen Nordsee und Atlantik. Der Hof der Eltern liegt auf der Hauptinsel, auf demselben Breitengrad wie Oslo und Sankt Petersburg. Der Vater leidet an Depressionen und landet zeitweise in der Psychiatrie, die Mutter rettet sich in den Glauben, …
Chönyi Taylor: Die Buddha-Therapie
„Dieses Buch wendet sich an alle, die einen Punkt erreicht haben, an dem sie sich sagen: Es reicht!“ Mit diesem Satz leitet Chönyi Taylor ihre Buddha-Therapie ein. Es ist ein guter, ein wichtiger Satz. Bei den Anonymen Alkoholikern heisst es, dass man seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben muss, bevor an eine Verhaltensänderung zu denken ist. …
Hans-Joachim Maaz: Hilfe! Psychotherapie
„Ich halte Würde für das oberste und wichtigste Lebensziel, und die gewinnt man nicht durch Erfolg und Leistung, sondern nur durch die individuelle Wahrheit, die es zu finden und zu leben gilt“, schreibt der Psychiater und Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz im Vorwort, in dem er auch erwähnt, dass er seit 14 Jahren mit seiner Frau Dr. …
Bill Clegg: Porträt eines Süchtigen als junger Mann
Bill Clegg arbeitet als Literaturagent in New York und erzählt in diesem Buch die Geschichte seiner Crack-Abhängigkeit. Sein Bericht ist ebenso faszinierend wie ermüdend. Ermüdend sind die immer gleichen Schilderungen von Cleggs Taxifahrten, Hotelaufenthalten, Drogendeals sowie seinem Alkohol- und Crack-Konsum: „Der Wodka kommt umgehend, und ich schütte Eis in ein grosses Glas und fülle es …
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Bill Clegg: Neunzig Tage
Der New Yorker Literaturagent Bill Clegg war nach einer zwei Monate dauernden Drogenorgie in der psychiatrischen Abteilung von Lenox Hill, einer Alkohol- und Drogenentzugsklinik, gelandet. Vier Wochen später kehrt er nach New York zurück. „Die kleine Literaturagentur, die ich vier Jahre als Mitinhaber geleitet habe, gibt es nicht mehr, alle meine Klienten haben sich neue …
Helmut Kuntz: Verstehen, was uns süchtig macht
Wir leben in süchtigen Zeiten, halten es für normal, dass wir von allem immer mehr wollen und dass nichts genügt. Süchtig machen kann alles und jedes, sei es Alkohol, Drogen, Internet, Handys, Bulimie oder Shopping. Helmut Kuntz von der Fachstelle für Suchtprävention der Drogenhilfe Saarbrücken hält für „die am meisten unterschätzte Form süchtigen Verhaltens weltweit …
Jürgen Leinemann: Höhenrausch
In seinem Buch „Höhenrausch. Die wirklichkeitsleere Welt der Politiker“ hat der deutsche Historiker und langjährige Spiegel-Autor Jürgen Leinemann der Herkunft und Lebensgeschichte der politischen Akteure wie auch den sozialen Rollen, die sie spielen, nachgespürt. Und er hat, weil er nicht nur genau zu beobachten weiß, sondern oft auch Zusammenhänge bemerkt, die von viel Menschenkenntnis zeugen, Schilderungen …
Heide Fuhljahn: Kalt erwischt
„Am schlimmsten ist die Überzeugung, dass es nie wieder aufhört.“ So beginnt dieses Buch und ich bin sofort drin. Schade nur, dass sich die anfängliche Spannung schon bald einmal verliert.Im November 2006 unternimmt Heide Fuhljahn eine Pressereise nach Norwegen. Ihr Freund hat sich gerade von ihr getrennt, sie geht einmal in der Woche zur Psychotherapie, …