Matthieu Aikins: Die Nackten fürchten kein Wasser

Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum man sich für dieses oder jenes Buch interessiert. Oft kenne ich die Gründe auch gar nicht, denn mein Vertrauen in die Geschichten, die mir mein Hirn erzählt, ist nicht besonders gross – ich gehe davon aus, dass unsere Welterklärungen meist nichts anderes sind als unsere übliche Art zu denken. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass ich einen offensichtlichen Bezug zu einem bestimmten Werk habe; im Falle von Die Nackten fürchten kein Wasser ist es nicht der Titel, den ich nicht verstehe, sondern der Untertitel Eine Reise mit afghanischen Flüchtlingen.

Ich war selber noch nie in Afghanistan, es ist kein Land, das mich reizt, doch als Dolmetscher hatte ich gelegentlich mit afghanischen Flüchtlingen zu tun. Vor allem jedoch dolmetsche ich für afrikanische Asylbewerber. Als ich vor Jahren auf Bilal des italienischen Journalisten Fabrizio Gatti stiess, begann ich Flüchtlinge anders wahrzunehmen als dies in standardisierten Asylverfahren möglich ist. Von Matthieu Aikins‘ Die Nackten fürchten kein Wasser erwarte ich mir Ähnliches.

Von Afghanistan weiss ich, was ich in den Massenmedien gelesen habe; auch mit einigen Fotobänden von Kriegsfotografinnen habe ich mich auseinandergesetzt. Darüber hinaus sind mir einige exzellente Romane, die in dem Land spielen, in Erinnerung geblieben, insbesondere Zia Haider Rahmans soweit wir wissen.

Omar verdient sein Geld als Dolmetscher. Was das in einem Kriegsgebiet bedeutet, schildert der kanadische Journalist Autor Matthieu Aikins überaus plastisch – mit der Dolmetschertätigkeit, die ich kenne (und die neutrales Verhalten erfordert), hat das überhaupt nichts zu tun. Für die Taliban ist Omar ein Kollaborateur, ihm blüht die Todesstrafe, deshalb will er weg. Auf regulärem Weg kann er das Land nicht verlassen, ihm fehlen die dafür notwendigen Dokumente. Matthieu Aikins, der nach dem College in Kanada über den Balkan nach Afghanistan gekommen und fasziniert in diese Kultur eingetaucht ist, will ihn begleiten.

Was mich sehr für dieses Werk einnimmt, ist die fast mit Händen zu greifende Neugier des Autors, der ein Afghanistan schildert, das um einiges komplexer ist als was einem die Tagesschau zu vermitteln imstande ist. Von Omars Familie und seinen Sehnsüchten ist die Rede, von Laila, die er heiraten möchte, auch wenn sie aus der falschen Familie stammt – er ist Sunnit, sie die Tochter eines reichen Schiiten – sowie von Sitten, die wenig mit der westlichen Sicht auf die Welt zu tun haben. „Ehen zwischen Cousins und Cousinen ersten Grades waren in Afghanistan nicht nur verbreitet, sondern hochgeschätzt, weil sie Familien zusammenschweissen …“. Und ich erfahre, dass Transsexuelle in Pakistan zur traditionellen Kultur gehören.

Die Nackten fürchten kein Wasser ist auch ein Buch über Migration, nicht nur über die nach Europa. Über sechs Millionen Menschen flohen in den 1980ern von Afghanistan nach Iran und Pakistan. Und man lernt unter anderem, dass Mädchen im Iran „in viel grösserer Freiheit aufgewachsen waren, als in Afghanistan“, wo eine erdrückend patriarchale Kultur herrschte. „In diesem Land war eine verheiratete Frau dem Dasein ihres Mannes derart einverleibt, dass es eine Schande war, wenn ein Fremder nur ihren Vornamen aussprach …“.

Problematisch ist nicht in erster Linie die Abwanderung junger, kräftiger, gesunder, und zum Teil hochqualifizierter Arbeitskräfte, sondern die Abwanderung von Wohlstand, die möglich wurde, als die US-Invasion Afghanistan ans globale Finanzsystem anschloss. „Jetzt flossen Milliarden ganz legal ins Ausland, weil wohlhabende Afghanen Eigentum in Dubai oder Malaysia erwarben und ihre Schäfchen anderswo ins Trockene brachten.“

Die Nackten fürchten kein Wasser ist auch eine berührende Einführung in das Leben in Afghanistan. „Hier waren die Toten für die Lebenden noch gegenwärtig, und Maryam fragte sich, ob sie auch von ihnen getrennt wäre, in Europa.“ Wie er über das Land denke, wird Matthieu Aikins von Omars Vater gefragt. „Es ist sehr arm, und die Menschen leiden, aber sie geben aufeinander acht (…) Und es ist eines der schönsten Länder, das ich gesehen habe.“

So eine Flucht nach Europa will geplant sein und ist so recht eigentlich ein logistische Herausforderung. Matthieu Aikins will Omar inkognito begleiten. Dazu muss er als Afghane durchgehen – vom Aussehen her ist das machbar, mit der Sprache ist es schon schwieriger. Und dann besteht da noch die Gefahr als Ausländer entdeckt zu werden, was mit einer Anklage als Spion oder einer Lösegeldforderung enden könnte.

So wie die Flucht ursprünglich geplant war, ging sie nicht vonstatten. Nur soviel: Sie ist beschwerlich und gefährlich und bisweilen dramatisch. Und: Das Buschtelefon funktioniert auch in Zeiten der Handys und des Internets, und wer es versteht, die richtigen Knöpfe (wie etwa LGBT) zu drücken, hat eindeutig bessere Chancen seine Wunschdestination zu erreichen.

Migranten und Flüchtlinge werden meist als homogene Masse wahrgenommen, selten sieht man sie als Individuen, die auch untereinander ihre Probleme und Konflikte haben. Neid und Diebstähle sind an der Tagesordnung, und die Frömmler nicht immer so fromm wie sie sich geben. „Das Leben auf der Schleuserroute war, wie im Krieg, hauptsächlich Warten, durchsetzt mit Momenten des Schreckens. Das ewige Herumsitzen im Safe House war eine Tortur. Für alles Lebensnotwendige war man auf die Schleuser angewiesen.“

Sie landen im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos, das eine Woche vor ihrer Ankunft abgebrannt war. Die Nackten fürchten kein Wasser gibt einen Einblick in eine Welt abseits des Vertrauten, in der informelle Zahlungsverfahren überlebenswichtig sind, Schlauchboote von Kriegsschiffen gerammt werden, Leichen an den Strand gespült werden. Von den vielen Bildern, die von ertrunkenen Kindern gemacht wurden, bewirkte das von Aylan Kurdi, dass Deutschland und Österreich ihre Grenzen öffneten.

Doch dann änderte sich die Stimmung wieder … Es gehört zu den Vorzügen von Die Nackten fürchten kein Wasser, dass Matthieu Aikins die Dinge auch in einen grösseren Zusammenhang stellt. So zitiert er George Orwell und Paul Collier und weist etwa auf John Steinbecks Die Früchte des Zorns hin, worin der sich laufend verändernde Umgang mit Flüchtlingen exemplarisch dargestellt wird.

Fazit: Ein packender, informativer, berührender und notwendiger Augenöffner!

PS: Ich habe meine liebe Mühe mit dem Titel dieses Buches, der offenbar auf das Dari-Persische Sprichwort „Der Nackte fürchtet kein Wasser“ zurückgeht. Es ist nicht die einzige persische Redewendung in diesem Werk, für die meine Phantasie nicht ausreicht: „Seitdem wir Diebe sind, steht der Mond am Himmel“ bedeutet offenbar so etwas wie „Der Zug ist abgefahren.“!!!???

Matthieu Aikins
Die Nackten fürchten kein Wasser
Eine Reise mit afghanischen Flüchtlingen
Hoffmann und Campe, Hamburg 2022

Rebecca Solnit: Orwells Rosen

Nach einem anstrengenden Jahr war Rebecca Solnit nicht nur erschöpft, sondern ernsthaft krank und hätte sich eigentlich zu Hause erholen sollen, doch sie hatte vertragliche Verpflichtungen für Lesereisen in England, deren Nichteinhaltung sie teuer zu stehen gekommen wäre, und so raffte sie sich auf zu dieser am liebsten abgesagten Reise, und entdeckte, was sie gar nicht gesucht hatte.

Rebecca Solnit ist eine differenzierte Beobachterin, die sich eingehend kundig macht und ganz offensichtlich von einem puritanisch-amerikanischen Arbeitsethos geprägt, das von Schreibenden verlangt, ausführlich und detailliert zu beschreiben, was man sich mitzuteilen entschliesst. Anders gesagt: Orwells Rosen ist auch eine bemerkenswerte Fleissarbeit, höchst lehrreich und vielfältigst anregend, besonders unterhaltsam ist es jedoch nicht. Trotzdem machte mich die Lektüre gelegentlich schmunzeln, etwa als ich las, dass das Frühstück der Autorin neben anderem aus „Milch, Butter. Joghurt von Kühen aus der Region, deren Weiden ich gut kenne“ besteht und mich fragte, ob die Tatsache, dass sie die Weiden dieser Kühe gut kennt, das Essen anders schmecken lässt.

Ein Essay von Noelle Oxenhandler über den Wert des Wartens und der Langsamkeit, demgemäss es ratsam ist, „wenn nicht sogar unverzichtbar, als Vorbereitung auf die eine zentrale Aufgabe im Leben etwas ganz anderes zu tun, das scheinbar in keinem Zusammenhang damit steht“, bringt so recht eigentlich auf den Punkt, wovon Orwells Rosen geprägt ist.

„Orwell ist berühmt für das, wogegen er angeschrieben hat – Autoritarismus und Totalitarismus, der Verfall von Sprache und Politik durch Lüge und Propaganda (und Schludrigkeit), die Erosion des Privaten, das der Freiheit zugrunde liegt“, hält Rebecca Solnit fest. Neben dem Schreiben ist Orwell der Gartenarbeit, und davon besonders dem Gemüseanbau zugetan, wie er in einer Selbstdarstellung festhält.

Dass ein Schriftsteller sein Schreiben mit Gartenarbeit ergänzt, leuchtet auch deswegen ein, weil der Ertrag des Schreibens (Wirkung, Einnahmen, Anerkennung) nicht unmittelbar greifbar ist. Ganz im Gegensatz zur Gartenarbeit, bei der man am Abend sieht, was man tagsüber gemacht hat. „Gärten sind ausserdem Orte, an denen die Untrennbarkeit von Leben und Tod sichtbar wird.“ Und während die einen angesichts des Todes in Depressionen verfallen, motiviert der Tod andere, „das Leben intensiver zu leben und als weniger selbstverständlich zu betrachten.“ Laut Rebecca Solnit gehörte George Orwell zur zweiten Kategorie.

Das Gärtnern nimmt nicht nur einen prominenten Platz in diesem Werk ein, sondern ist auch Anlass, über Grundsätzliches bzw. Wesentliches nachzudenken. So meinte etwa der amerikanische Lyriker Ross Gay zu einem Interviewer: „Mich hat in meinem Leben wahrscheinlich nichts so sehr gelehrt, den Dingen ihre Zeit zu lassen, und zum genauen Hinschauen gezwungen wie das Gärtnern.“

Orwells Rosen ist jedoch kein Buch übers Gärtnern von George Orwell, sondern ein Streifzug durch sein Leben und seine Zeit. Dabei ist die Auseinandersetzung mit dem Schreiben zentral. Besonders erhellend sind Solnits Überlegungen zu Ethik und Ästhetik, die ihrer Auffassung nach nicht getrennt voneinander betrachten werden können/sollen. „Schönheit ist nie rein formal und liegt nie nur in den oberflächlichen Eigenschaften, die dem Auge oder Ohr schmeicheln, sondern fusst auch auf Bedeutungsmustern, auf dem Bekenntnis zu Werten und der Verbindung mit dem Leben der Leserin und der Welt, die sie kennenlernen möchte.“

Was mich für Rebecca Solnits Schreiben einnimmt: Sie vermittelt ihren Erkenntnisprozess. Man reist quasi mit ihr mit, hört zu, wie sie mit jemandem redet und erfährt, was für Gedanken und Überlegungen sie beschäftigen. Eine ihrer Reisen bringt sie nach Kolumbien, wo in einem Gewächshauskomplex Millionen von Rosen gezüchtet werden, die dann in Kaufhäusern der USA landen. Entwurzelter bzw. entfremdeter als diese Rosen geht kaum. „In allen Romanen Orwells geht es um einen von seiner Umwelt entfremdeten Menschen.“

George Orwell hat unermüdlich und phantasievoll darauf hingewiesen, dass eine nicht der Wahrheit verpflichtete Sprache den Weg in den Totalitarismus nicht nur möglich macht, sondern befördert. Die Wahrheit ist das notwendige Gegengift zur mittlerweile gängigen Verseuchung der Realität mittels Lügen, die wir uns nicht nur gefallen lassen, sondern zu der wir allzu oft beitragen, indem wir etwa ausgewiesene Lügner in Verantwortungsposition wählen.

Fazit: Überaus nützliche Aufklärung.

Rebecca Solnit
Orwells Rosen
Rowohlt, Hamburg 2022

Perry Schmidt-Leukel: Das himmlische Geflecht

Perry Schmidt-Leukel, der Autor dieses Werkes, ist Professor für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie. Damit ist bereits angedeutet, wovon Das himmlische Geflecht wesentlich handelt: Der Auseinandersetzung mit Berufskollegen und vielen anderen anerkannten Grössen, die denn auch ausführlich zitiert werden.

Mein Interesse an diesem Buch gründet sowohl in der christlichen Kultur, in der ich aufgewachsen bin, als auch in meiner Faszination für den Buddhismus. Ich fühle mich von beiden geprägt, erlebe sie als komplementär. Als Gesamtgebilde bzw. als für sich genommene Weltanschauungen beschäftigen sie mich wenig; ich nehme mir von ihnen, was sich für mich als hilfreich erweist.

Trotzdem kann ich dem akademischen Ansatz von Perry Schmidt-Leukel einiges abgewinnen. Das hat unter anderem damit zu tun, dass ich mir über ganz viele von ihm erwähnte Aspekte noch gar nie Gedanken gemacht bzw. sie ganz anders wahrgenommen habe. So schreibt er etwa, die meisten Wissenschaftler würden dazu tendieren, „den Buddhismus als weltflüchtig, pessimistisch und passiv, das Christentum hingegen als weltzugewandt, optimistisch und aktiv zu kennzeichnen.“ Ich dachte automatisch an die Christen und die Buddhisten, mit denen ich im Laufe meines Lebens zusammengetroffen bin … und verstand (wieder einmal) die Welt nicht mehr.

Nachdem der Schweizer Philosoph Elmar Holenstein, auf den Perry Schmidt-Leukel auch Bezug nimmt, an einem internationalen Philosophenkongress aus einem vermeintlich klassischen Text vorlas, von dem behauptet wurde, er würde asiatische Charakteristika beschreiben, fragte er seine Zuhörer, wer ihrer Meinung nach der Autor war? Konfuzius, meinten die einen, Taoismus sei das, sagten andere, Shintoismus, wollte eine dritte Gruppe wissen. In Tat und Wahrheit handelte es sich um einen Text des Schweizer Schriftstellers Peter Bichsel, der darin von den Eigenheiten des Schweizer Nationalcharakters berichtete.

Holenstein sieht Kulturen nicht als homogene Gebilde und so ähnlich geht Professor Schmidt-Leukel auch Buddhismus und Christentum an – man findet in beiden Weltanschauungen ähnliche Überzeugungen, vielleicht nicht gleich prominent, vielleicht auch nicht zur selben Zeit, doch wenn man bereit ist, sie zu sehen, dann sieht man sie. The readiness is all, sagt Horatio in Hamlet.

Zum ersten Mal auf solche Übereinstimmungen bin ich bei Daisetz Teitaro Suzuki und Erich Fromm gestossen, die auf massgebliche Parallelen zwischen dem Zen-Buddhismus und der christlichen Mystik Meister Eckharts hinwiesen. Autor Schmidt-Leukel äussert sich dazu akademisch-differenziert – er erläutert Begriffe. Das Problem dabei: Erfahrungen lassen sich nun mal schlecht in Worte fassen, da die Sprache dazu neigt, Neues bzw. Unsagbares in Sagbares zu zwingen.

Zu den Gegensätzen, die immer wieder angeführt werden, gehören auch die Selbsterlösung, die dem Buddhismus eigen ist, und die Fremderlösung, die von der Gnade Gottes abhängt. Das himmlische Geflecht geht ausführlich auf die Gründe für beide Auffassungen ein; auch den Autoren, die diese Unterscheidung in Frage stellen, wird Raum gegeben. Bei mir selber stellten sich Thailand-Bilder im Kopf ein: Die Thais, die ich kennengelernt habe (ich habe einige Jahre im Land verbracht), waren nominell Buddhisten, doch beteten sie alle um Fremderlösung. Getaufte Christen wie ich glauben jedoch zumeist an Selbsterlösung.

Ich hatte den Eindruck von eloquenten Argumenten und scharfsinnigen Gegenargumenten fast erschlagen zu werden – dieses Buch ist auch eine eindrückliche Fleissarbeit. Manchmal wunderte ich mich auch: Unter dem Titel „Das Heilsziel als Gottesschau“ wird etwa Thomas von Aquin zitiert, der „die Anschauung Gottes zum Wesen des christlichen Heils erhob.“ Wie diese allerdings praktisch aussehen soll, hat sich mir nicht erschlossen. Zudem: Dass sich christliche Mystiker die Einswerdung mit Gott als vollziehenden Liebesakt vorstellten, fand ich nicht nur befremdlich, ich sehe dies auch als klaren Hinweis auf die Begrenztheit unserer Wahrnehmung bzw. Ausdrucksfähigkeit.

Es spricht sehr für dieses intellektuell überaus anregende Buch, dass es die geläufige Kontrastierung von Buddha und Christus bzw. von Buddhismus und Christentum ergänzt: „Es steckt immer irgendein Stück Christentum im Buddhismus und irgendein Stück Buddhismus im Christentum.“ Immer mal wieder fühlte ich mich an den Satz aus dem Talmud erinnert: “Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sind.“

Perry Schmidt-Leukel
Das himmlische Geflecht
Buddhismus und Christentum – ein anderer Vergleich
Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2022

Peter Swanson: Acht perfekte Morde

Malcolm Kershaw, Buchhändler und Krimi-Liebhaber, veröffentlichte vor einigen Jahren auf dem Blog des Bostoner Buchladens Old Devils Bookstore eine Liste der perfekten Morde der Literaturgeschichte. Mittlerweile ist er stolzer Besitzer des Ladens und nicht wenig überrascht, als er eines schönen Tages von der FBI-Agentin Gwen Mulvey aufgesucht wird, die einer Mordserie auf der Spur ist, die sehr an die acht Morde erinnert, die Malcolm damals auf seiner Liste hatte. Für Mulvey ist klar, da muss es einen Zusammenhang geben …

Acht perfekte Morde ist eher ein Krimi (bei dem die Auflösung eines Rätsels im Vordergrund steht) als ein Thriller, wie dieses gut geschriebene und witzige Buch vom Verlag bezeichnet wird. Sehr gelungen ist insbesondere die Charakterisierung des Buchhändlers. „Ich hatte einen Hang zum Sammeln, was nicht unbedingt günstig für jemanden ist, der in einer Buchhandlung arbeitet und dessen Bücherregale in der eigenen Dachwohnung bis zur Grenze ihres Fassungsvermögens voll sind.“

Acht perfekte Morde ist für mich wesentlich ein Buch für Krimi-Liebhaber, denn die Liste, die Malcolm Kershaw erstellt hat, dient dem Autor auch dazu, die dort aufgeführten Werke vorzustellen – und das macht er sehr gekonnt. Darüber hinaus lässt er sich aber auch über andere Krimi-Autoren aus, die er gerne gelesen hat. Und was könnte für einen Krimi-Fan anregender sein als auf Autoren und Werke hingewiesen zu werden, die man unbedingt lesen sollte – das geht übrigens von Mickey Spillane über Alistair MacLean und Peter Benchley bis zu Agatha Christie.

Die Spannung, die ich von einem Thriller erwarte, stellte sich zwar erst nach gut hundert Seiten ein, doch unterhalten fühle ich mich trotzdem. Das liegt daran, dass Acht perfekte Morde ein wunderbar anregendes Buch übers Bücherlesen ist. „Bücher sind Zeitreisen. Alle wahren Leser wissen das. Aber Bücher führen einen nicht nur in die Zeit zurück, in der sie geschrieben wurden, sie können einen auch zu verschiedenen Versionen seiner selbst zurückführen.“

Darüber hinaus stosse ich auch immer mal wieder auf Titel, die ich sehr schätze, wie etwa Kate Atkinsons Das vergessene Kind, von dem der Buchhändler schreibt. „Ich hatte es natürlich nicht gelesen, aber so viele Besprechungen und Inhaltsangaben gelesen, dass es mir so vorkam.“ Erheitert hat mich auch Kershaws Manie sich ständig Listen anzufertigen. „Zehn Lieblingsbücher. Top Ten der Angstmacher. Die besten James-Bond-Romane. Die besten Bücher von Roald Dahl. Ich denke, ich weiss, warum ich es damals tat.. Man braucht kein Diplom in Psychologie, um zu verstehen, dass es ein Weg war, mir eine Identität zu verschaffen.“

Eine Liste ausgewählter Krimis zu erstellen, die alle im Winter oder während eines Unwetters spielen, ist übrigens gar nicht so leicht. „Ich erinnere mich, wie ich die Liste zusammengestellt und mir den Kopf darüber zerbrochen hatte, ob ich The Shining aufnehmen sollte, weil es ein Horror-Thriller ist und absolut kein Krimi. Ich hatte es trotzdem aufgenommen, weil es ein Buch war, das ich liebte.“

Acht perfekte Morde ist auch die amüsante, geistreiche und zudem berührende Liebesgeschichte von Malcolm und seiner Frau Claire. Überaus gelungen ist die Charakterisierung der beiden und speziell die von Malcolm, der seine Beziehung zu seinen beiden Ex-Freundinnen so schildert. „Was mich zu ihnen hinzog, war der Umstand, dass sie sich zu mir hingezogen fühlten.“ Seine Erlebnisse mit den beiden waren dergestalt, dass er zum Schluss kam, „dass ich nicht gut darin war, Frauen zu durchschauen, vielleicht sogar Menschen im Allgemeinen.“

Darüber hinaus ist Acht perfekte Morde ein lehrreiches Werk, das auch unter anderem mit der weit verbreiteten, jedoch irrigen Vorstellung aufräumt, Bücher könnten einen fürs Leben vorbereiten. „Als Heranwachsender Krimis zu verschlingen bereitet einen nicht auf das wahre Leben vor. Ich stellte mir meine Erwachsenenexistenz sehr viel romanhafter vor, als sie es schliesslich werden sollte.“ Unübertrefflich auch die Beschreibung der modernen Kaffeehauskultur: „… präsentierte sich das Ladder als schmaler, hoher Raum mit tätowierten Baristas und minimalistischer Kunst an den Wänden (…) Es hatte mich immer wahnsinnig geärgert, drei Dollar oder mehr für etwas zu bezahlen, was auf einen Teebeutel und ein wenig heisses Wasser herauslief.“

„Warum liebst du mich?“, wird er eines Tages von Claire gefragt, die Affären hat und Drogen nimmt. „Ich weiss es nicht“, antwortete ich. „Ich tue es einfach.“ „Du muss doch Gründe haben.“ „Wenn ich Gründe hätte, dich zu lieben, würde es auch Gründe geben, dich nicht zu lieben.“ Solch erhellender und mich schmunzeln machender Erkenntnisse wegen lese ich Bücher.

Fazit: Unterhaltsam und lebensklug.

Peter Swanson
Acht perfekte Morde
Blanvalet, München 2022

Henry Kissinger: Staatskunst

An Selbstvertrauen fehlt es dem Mann eindeutig nicht, denkt es so in mir, als ich den Titel Staatskunst auf mich wirken lasse. In jüngeren Jahren hätte mich wohl allein schon der Begriff der Staatskunst vor Ehrfurcht erschauern lassen, hätte ich auch gar nicht daran gezweifelt, dass es so etwas gibt und von aussergewöhnlichen Männern (Frauen wären mir damals gar nicht in den Sinn gekommen) betrieben wurde. Heutzutage ist mir nichts fremder als die Politik als Staatskunst zu bezeichnen – ausser Politikern und Historikern würde das wohl auch niemandem einfallen.

Der englische Originaltitel heisst zwar Leadership. Six Studies in World Strategy, was auch nicht gerade vor übertriebener Bescheidenheit zeugt, doch Staatskunst trifft Kissingers Selbstverständnis so recht eigentlich besser. Sechs „Staatslenker“ hat er in diesem umfangreichen Werk porträtiert: Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, Richard Nixon, Anwar el-Sadat, Lee Kuan Yew und Margaret Thatcher. Das ist gut geschriebene, intelligente Elite-Geschichtsschreibung, in der politische Reden Konsequenzen haben und Politiker als eigenständige Gestalter der Welt auftreten und nicht etwa auf Sprachrohre der Industrie reduziert werden. Das liest sich so spannend und erhellend wie man es sich von einem ehemaligen Harvard-Professor erwarten darf.

Jeder Mensch, der einen anderen beschreibt, gibt vor allem Auskunft über sich selber, über seine Art und Weise, die Welt zu sehen. So hielt Kissinger Bonn als Hauptstadt eines wichtigen Landes für zu bescheiden. Seine Charakterisierung Adenauers als eines guten Beobachters beschreibt so recht eigentlich auch ihn selber.

Staatskunst ist ein überaus aufschlussreiches Werk, das ich besonders auch der vielen Anekdoten wegen schätze. „Sagen Sie nie jemandem, dass Sie nicht in der Lage sind, eine Ihnen anvertraute Aufgabe zu erfüllen.“ So Eisenhower, offenbar ein Militärkopf sondergleichen, zu dem damals 46jährigen Kissinger. Als im August 1969 ein amerikanisches Passagierflugzeug von Palästinensern gekapert und nach Damaskus umgeleitet wurde, war Nixons Reaktion: „Bombardiert den Flughafen von Damaskus.“ Eine Aussage, die wie Kissinger sofort erklärt, keineswegs wörtlich gemeint war.

Überhaupt scheint in der Politik das Indirekte und Erahnte gegenüber dem konkret Geäusserten Vorrang zu haben. „Irgendein Vollidiot ist ins Oval Office gekommen und hat tatsächlich das gemacht, was ihm gesagt wurde“, so der ehemalige Eisenhower-Berater und Nixon-Freund Bryce Harlow über das Watergate-Debakel. Als Nixon einmal einem Journalisten gegenüber bemerkte, „politische Führung im Atomzeitalter würde es – neben anderen Qualitäten – notwendig machen, die Bereitschaft durchblicken zu lassen, im Rahmen des nationalen Interesses irrational zu handeln“, stellt Kissinger unverzüglich klar, dass dies keine konkrete Handlungsanweisung darstellte, „jedoch in ihrem Kern eine fundamentale und bleibende Wahrheit über die Zerstörungskraft in den Händen der Atommächte“ reflektierte.

Was auch immer nationale Interessen sein mögen – und Kissinger nimmt oft auf sie Bezug – , es sind dies immer die Interessen der Herrschenden, und diese stehen einer gerechteren Welt feindlich gegenüber.

„Grosse Staatskunst ist mehr als die Beschwörung eines vorübergehenden Hochgefühls; sie erfordert die Fähigkeit, langfristig zu inspirieren und eine Vision am Leben zu erhalten.“ Langfristige Planung liegt auch diesem Buch zugrunde, denn der Historiker Kissinger muss akribisch Buch geführt über seine unterschiedlichen Begegnungen mit Politikern (Staatsmänner ist mir zu hochgestochen), um solche detaillierten Schilderungen zu liefern, wie er das in diesem Werk tut. Erhellend ist vor allem, wie scharfsinnig der Machtmensch die Machtmenschen versteht. Auffallend ist aber auch, dass diese Machtmenschen als allein von ihrem Intellekt geleitet dargestellt werden und immer sehr genau zu wissen scheinen, was sie tun. Verzerrter kann man die Realität kaum darstellen, auch wenn das die gängige Art und Weise ist, unser Dasein zu betrachten.

Natürlich vermag ich dieses umfangreiche, sehr detaillierte und flüssig geschriebene Werk sachlich nicht wirklich zu würdigen, denn dafür fehlen mir sowohl die politischen wie auch die geschichtlichen Kenntnisse. Doch immer mal wieder bin ich über eine Passage gestolpert, die mich aufmerken liess. „Trotz seiner Intelligenz und ausgeprägt geistigen Interessen war der junge Sadat noch keineswegs eine ausgeformte Persönlichkeit (welcher junge Mann ist das schon?), und jene Ideen, die er später entwickeln sollte, waren noch fern (das haben solche Ideen an sich). Dennoch war er für neue Erkenntnisse offen, voller Neugier und erfasste dadurch ein breites Spektrum an Möglichkeiten. Und er hatte die Hartnäckigkeit, die Inhalte neuer Gedanken in die Tat umzusetzen.“ Das mag ja alles sein, doch woher will Kissinger das wissen, er kannte den jungen Sadat doch gar nicht. Beschreibt er da nicht eher sich selber?

Besonders ergiebig waren für mich die Ausführungen über China. So war mir nicht nur nicht klar, sondern ich habe mich auch sehr gewundert, „was in den seither (dem Treffen zwischen Nixon und Mao) vergangenen 50 Jahren der beherrschende Grundsatz der Beziehungen zwischen den USA und China geblieben ist: ‚Die Vereinigten Staaten erkennen an, dass alle Chinesen auf beiden Seiten der Formosastrasse (Meerenge zwischen Festlandchina und der Insel Taiwan) sagen, dass es nur ein China gibt und dass Taiwan ein Teil Chinas ist. Die Regierung der Vereinigten Staaten stellt diese Position nicht in Frage.’“

Henry Kissinger ist mittlerweile 99 Jahre alt, verfügt also über einen aussergewöhnlichen zeitlichen Horizont, der ihm erlaubt, auf Dinge hinzuweisen, die wohl den meisten entgehen. Insbesondere seine Bemerkungen zu den Massenmedien – weil grundsätzlicher Art – verdienen unsere Aufmerksamkeit, denn diese fördern die emotionale Grossspurigkeit und verändern dadurch die Argumente, „die im öffentlichen Leben heutzutage überhaupt noch Ernst genommen werden.“

Staatskunst hebt auch die grossen Linien hervor. So kommentiert er etwa die revolutionären Fortschritte der Technologie mit: „Die letzte vergleichbar grosse Transformation, die Aufklärung, ersetzte das Zeitalter des Glaubens durch wiederholbare Experimente und logische Deduktionen. Jetzt wird dies durch das Vertrauen auf Algorithmen ersetzt, die in umgekehrter Richtung wirken und Ergebnisse anbieten, die nach einer Erklärung suchen.“ Woran soll man sich also orientieren in einer Zeit, der es „an einer moralischen und strategischen Vision mangelt“? Henry Kissinger plädiert für „Steuerleute mit Kreativität und Kraft“, doch vielleicht wäre es besser John Lennons Rat zu beherzigen: Don’t follow leaders. Das würde allerdings die Bereitschaft voraussetzen, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen – und wer will das schon?

Eine strenge und humanistische Erziehung sei „für Staatslenker von welthistorischer Bedeutung“ von grossem Nutzen, so der Autor, der nicht ganz zufällig über eine solche verfügt. Überdies betont er „die absolut zentrale Bedeutung des Charakters – dieser unentbehrlichsten aller menschlichen Eigenschaften (…) Ein guter Charakter ist zwar keine Garantie für weltlichen Erfolg oder staatsmännische Triumphe, bietet aber sehr wohl festen Halt im Sieg und Trost im Misserfolg.“ Es gehört zur Tragik der modernen Erziehung, dass von Charakterbildung weit und breit keine Rede ist.

Staatskunst lehrt mich nicht zuletzt, offiziellen Verlautbarungen noch mehr zu misstrauen als ich das eh schon tue. Es erinnerte mich auch an Eberhard Rathgebs Die Entdeckung des Selbst worin dieser mit Nietzsche und Schopenhauer darauf hinweist, dass das Leben grausamer und wilder war „als jeder theologische, historische und moralische Sinn, mit dem Rationalisten es zu bändigen und in eine trügerische Ordnung zu zwingen suchten.“ Der Ukraine-Krieg zeigt gerade, dass und wie unsere üblichen Vernunft-Ansätze vor der Realität versagen.

Henry Kissinger
Staatskunst
Sechs Lektionen für das 21. Jahrhundert
C. Bertelsmann, München 2022

Gerhard Lohfink: Die wichtigsten Worte Jesu

Autor Gerhard Lohfink war bis 1986 Professor für Neues Testament an der Universität Tübingen und greift in diesem Buch, wie er im Vorwort schreibt, „auf die Forschungsarbeit vieler Bibelwissenschaftler zurück. Das Fachgespräch soll also nicht fehlen. Es soll sich aber auch nicht in den Vordergrund drängen. Ich möchte meinen Leserinnen und Lesern vor allem die Wucht und die Schönheit, aber auch den Ernst zentraler Herrenworte vor Augen stellen.“

Mir als Laien waren es der Fachgespräche und Fachüberlegungen zu viele – je älter ich werde, je weniger kann ich mit Akademischem anfangen. Sicher, was genau wie gemeint ist, Kontext und Zielpublikum sind wesentlich fürs Verständnis, doch impliziert dies eben auch, dass je mehr man weiss, desto eher sich einem die wahre Bedeutung des Gelesenen erschliesst. Und da habe ich so meine Zweifel, denn Wissen erhellt nicht nur, es kann auch zudecken, weshalb mir vor allem die Haltung des Autors zentral scheint.

Zudem: Jeder Kontext ist konstruiert; jede Interpretation sagt letztlich mehr über den Interpreten als über das Interpretierte. Ich will hier jedoch nicht dem Relativismus das Wort reden, ganz im Gegenteil, denn das Richtige und das Falsche, das Gute und das Böse – es existiert!

Als Geleitwort ist diesem Werk ein Text von Nicolás Gómez Dávila vorangestellt, in welchem Dávila den Standpunkt einnimmt, das Christentum müsse „in der Welt eine Gegenwelt bewahren“. Gerhard Lohfink illustriert dies unter anderem an Nicht Frieden, sondern das Schwert aus dem Matthäus-Evangelium. Im 19. und 20. Jahrhundert gab es eine ganze Reihe von Autoren, die daraus geschlossen haben, Jesus sei ein Sozialrevolutionär; heutzutage würden einige ihn womöglich als Aktivisten bezeichnen. „Doch diese Auslegung verkennt völlig die Metaphorik unseres Jesuswortes. ‚Schwert‘ steht hier, wie der Kontext und wie auch die Lukasvariante ganz eindeutig zeigen, nicht für bewaffneten Kampf, sondern für ‚Entzweiung‘.“ Wieso aber ‚Entzweiung‘ oder, wie man auch sagen könnte, ‚Scheidung‘? Jesus bemühte sich doch, die Gräben zu überbrücken. „Er sprach von dem schneidenden Schwert in dem Sinn, dass er die Entscheidung wollte, die Eindeutigkeit, die Klarheit vor Gott (…) Ihr müsst euch für mich entscheiden – oder gegen mich. Genau hier tritt uns das eigentliche Ärgernis seines Anspruchs entgegen. Man kommt nicht daran vorbei: Es ist ein Anspruch unbedingter Autorität.“

Keine besonders populäre Sichtweise in einer Welt, die vom Kompromiss regiert wird, in der Ausgewogenheit auf allen Bannern gefordert wird, in der Gefühlen, die auf gar keinen Fall verletzt werden dürfen, eine Dominanz eingeräumt werden, die ans Absurde grenzt. Nur schon sich entscheiden zu sollen, scheint viele zu überfordern.

Wie gesagt, ich bin ein Laie, also nicht vom Fach und so recht eigentlich gar nicht in der Lage, dieses Werk angemessen zu würdigen. Das sollen Berufenere tun. Ich will hier nur darauf hinweisen, was mir an Die wichtigsten Worte Jesu gefällt, was ich als nützlich und hilfreich erachte.

Es ist Gerhard Lohfinks klare Haltung, die ich an diesem Werk schätze; seine ausgeprägte Fähigkeit, Wesentliches herauszuschälen. Ich will dies an einem weiteren Beispiel ausführen. „Wer sein Leben verliert, wird es retten.“ Anstatt ‚verlieren‘ könnte man noch drastischer sagen: ‚zugrunde richten‘. Es ist dies ein ganz unbedingter, ja radikaler Aufruf, sich vom Gewohnten loszureissen. Wir sollen tun, was wir üblicherweise nicht tun – also nicht den eigenen Wünschen und Träumen nachjagen, uns nicht um ein gesellschaftlich angesehenes Dasein bemühen.

Wir alle kennen die Sprüche der Helfer und Psychologen, die sich auch viele Seelsorger – um ja nicht als unmodern zu gelten – angeeignet haben. „Werde mit dir selbst eins!“ – „Hab Vertrauen zu dir!“ – „Höre auf die Träume deines Herzens!“ – „Sag bedingungslos Ja zu dir selbst!“ und so weiter, und so weiter. Gerhard Lohfink macht klar, dass es genau darum nicht gehen kann, denn „Jesus fordert von denen, die zu ihm gehören wollen, nicht Selbstliebe, sondern Selbstaufgabe.“

Fazit: Ein Werk, das uns Wesentliches lehrt.

Gerhard Lohfink
Die wichtigsten Worte Jesu
Herder, Freiburg Basel Wien 2022

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