Woher kommt mein Interesse an Churchill? Natürlich kann ich darüber nur Vermutungen anstellen, denn es ist mein Unbewusstes, das mein Leben regiert, doch ich gehe davon aus, dass einschlägige Werke in meines Vaters Bücherregal damit zu tun haben, dass ich mich für diesen vielfältig begabten und höchst eindrucksvollen Mann zu erwärmen begann. Zudem begeisterten mich …
Tag Archives: Depression
Anett Kollmann: Kein Glück ohne Freiheit
Da ich mein eigenes Leben wesentlich als biologische Fortsetzung des Lebens meiner Eltern begreife, interessiert mich an dieser Familienbiografie vor allem, was für Eigenschaften, Anschauungen und Charakterzüge der Philosoph Arthur Schopenhauer wohl von seinen Eltern mitgekriegt bzw. fortgeführt hat – und erfahre viel Aufschlussreiches. Als Vater Heinrich Floris („Die psychopathologische Veranlagung der Schopenhauers verschonte ihn …
Kurt Krömer: Du darfst nicht alles glauben, was du denkst
Anlass, mir dieses Buch vorzunehmen, war der Titel, denn ich kenne diesen Satz, allerdings auf Englisch, ich habe ihn sogar einem Kapitel meines Thrillers Herolds Rache vorangestellt. Ein hilfreicher Satz für Leute, die unter Süchten leiden, weil er deutlich macht, dass Süchtige (und alle anderen auch, aber eben nicht immer mit destruktiven Konsequenzen) jeden Unsinn zu glauben …
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Dr. Anna Lembke: Die Dopamin-Nation
Der Einstieg in dieses Buch ist ausgesprochen gelungen, denn die Autorin tut zweierlei: Sie beschreibt ihren Arbeitsplatz, an dem sie ihre Patienten empfängt. Und sie macht deutlich, dass die Psychiaterin Dr. Anna Lembke und die private Anna Lembke zwei verschiedene Personen sind und getrennt wahrgenommen gehören. „Diesem Buch liegt die Absicht zugrunde, die neurowissenschaftlichen Mechanismen …
Eva Meijer: Die Grenzen meiner Sprache
Wir leben in bekenntnisfreudigen Zeiten, kaum einer (Frauen inklusive), der ohne seine Innerstes nach aussen zu kehren, in einer Therapiegruppe oder in einer Talkshow akzeptiert würde. Wie wohltuend ist da ein Essay einer Philosophin – Eva Meijer, Jahrgang 1980, forscht an der Universität von Wageningen – , die weder ein wahrheitsgetreues Bild ihres bisherigen Lebens noch ein …
Val McDermid: Ein Bild der Niedertracht
Dies ist Val McDermids 35ster Roman. 1987 hat sie mit Schreiben angefangen; mir ist sie als Autorin der Tony Hill-Serie, die ich einstmals verschlungen habe, ein Begriff. 35 Romane, das heisst, fast jedes Jahr ein Buch. Mit ist vollkommen schleierhaft, woher sie die Ideen dazu hat – meine eigenen scheinen lebenslang dieselben zu sein.Andererseits: Schreiben …
Silvia Aeschbach: Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld
Silvia Aeschbach, geboren 1960, von Beruf Journalistin, berichtet in Leonardo DiCaprio trifft keine Schuld von ihren Panikattacken und wie sie gelernt hat, mit ihnen umzugehen. Die erste dieser Attacken hatte sie mit siebzehn, während eines Aufenthalts in Korsika. Sie beschreibt sie so: „Die Farben des Himmels und der Bäume erschienen mir unerträglich grell, die Grillen zirpten …
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Kathrin Wessling: Drüberleben
Wer schon einmal mit Menschen zu tun hatte, die unter Depressionen leiden, weiss, dass man letztlich nicht wirklich verstehen kann (es sei denn, man kennt solche Seelenzustände aus eigenem Erleben), was in einem solchen Menschen tatsächlich vorgeht. Deshalb ist man froh drum, dass es Drüberleben gibt, denn dieses exzellente Buch vermittelt auch dem Nicht-Direkt-Betroffenen eine gute Vorstellung …
Ewald Rahn: Borderline verstehen und bewältigen
Dieser Ratgeber solle deutlich machen, schreibt Ewald Rahn im Vorwort, „dass die Auseinandersetzung mit der Diagnose nur ein Teil des Problems und der Problemlösung darstellt und dass vor allem dem subjektiven Erleben eine Schlüsselrolle zukommt.“ Wahre Worte! Denn es gilt ganz generell: Im Bereich der seelischen Störungen sind Definitionen und Zuordnungen oft recht willkürlich. Zudem …
Ulrich Buchner: Wenn Irre Irrenärzte werden
Dies ist ein auf vielfältige Art und Weise nützliches Buch – weil es zeigt, was es mit den verschiedenen Psychotherapien so auf sich hat. Und weil es einem klar macht, dass weit weniger dahinter steckt, als der Laie gefälligst glauben soll. So hält der Autor fest: „Im Grunde kann jeder Mensch im Alltag psychotherapeutisch tätig …