Sahra Wagenknecht: Die Selbstgerechten

Sahra Wagenknecht gehört zu wenigen Politikerinnen (Männer eingeschlossen), die ich ertrage, da ich mich von ihr nicht intellektuell beleidigt fühle (die meisten überbieten sich darin, sich anzubiedern, der Mehrheit nach dem Mund zu reden). Dieses Buch, schreibt sie im Vorwort, ist „ein ausdrückliches Plädoyer für eine liberale, tolerante Linke anstelle jener illiberalen Denkströmung, die heute …

Michael McCarthy: Faltergestöber

Dass es exponentielles Wachstum gibt, ist mir erst in der Corona-Zeit wirklich bewusst geworden, obwohl ich das berühmte Seerosenbeispiel schon lange kannte. Dass sich die Weltbevölkerung in nur vierzig Jahren, von 1960 bis 2000 von drei auf sechs Milliarden verdoppelt hat, ist mir jedoch überhaupt nicht klar gewesen. „Im Jahrzehnt darauf kam eine weitere Milliarde hinzu …

Jia Tolentino: Trick Mirror

Eigenen Angaben zufolge ist die 1988 geborene Jia Tolentino seit ihrem zehnten Lebensjahr internetsüchtig. Die anfängliche Begeisterung hat sich allerdings gewandelt. So um 2012 geschah das, vermutet sie. „Während wir früher die Freiheit hatten, online wir selbst zu sein, waren wir nun online an uns selbst gekettet, und das machte uns unsicher.“ Vor allem aber …

Werner Gross: Was Sie schon immer über Sucht wissen wollten

Der Titel ist unserem Marketing-Zeitalter geschuldet, soll also nicht wörtlich genommen werden. Er suggeriert, dass man in diesem Buch so recht eigentlich alles zum Thema Sucht finden wird – und so ist es, zu meiner nicht gelinden Überraschung, denn auch. Was Sie schon immer über Sucht wissen wollten  ist überaus inhaltsreich und informativ, ein umfassendes Nachschlagewerk zu so …

Jasmin Rogg: Ich Hör Jetzt auf

Das ist ein ärgerliches und so recht eigentlich ziemlich überflüssiges Buch, weil man viel banaler eigentlich nicht über Sucht schreiben kann. Ein Beispiel soll genügen: „Die Rehabilitation muss oberste Priorität haben – und zwar auf täglicher Basis. Der Genesungsprozess beinhaltet eine mentale Umorientierung, wobei man sich bewusst mit den eigenen Denkmustern auseinandersetzt. Die Aufmerksamkeit wird auf …

Peter Wawerzinek: Schluckspecht

„Hätte ich besser auf Tante Luci gehört, es wäre nicht so schlimm mir mir gekommen. Hätte ich die Augen fest verschlossen und meine Nase gut abgedichtet, wie es die Delphine tun, wenn sie abtauchen, und nicht an Tante Lucis Likörglas gerochen, als Tante Luci es mir unter die Nase hielt, ich wäre vielleicht davongekommen.“ Nur …

Tove Ditlevsen: Abhängigkeit

In meinen 20ern verliebte ich mich auf Fünen in eine junge Dänin und in Dänemark. Ich las dann auch einige dänische Autoren, unter ihnen Leif Panduro und Tove Ditlevsen, doch wie bei den meisten Büchern, die ich einmal gelesen habe, ist mir ausser den Autorennamen so ziemlich gar nichts geblieben. Mit anderen Worten; Abhängigkeit von …

Ewald Rahn: Borderline verstehen und bewältigen

Dieser Ratgeber solle deutlich machen, schreibt Ewald Rahn im Vorwort, „dass die Auseinandersetzung mit der Diagnose nur ein Teil des Problems und der Problemlösung darstellt und dass vor allem dem subjektiven Erleben eine Schlüsselrolle zukommt.“ Wahre Worte! Denn es gilt ganz generell: Im Bereich der seelischen Störungen sind Definitionen und Zuordnungen oft recht willkürlich. Zudem …

Roland Voigtel: Sucht

Nichts, was nicht zur Sucht werden könnte, lautet die heutzutage gängige Auffassung. Der Autor, Therapeut und Analytiker Roland Voigtel sieht das dezidiert anders. „Entgegen diesem ‚weiten‘ Suchtbegriff muss festgehalten werden, dass Sucht eine spezifische Krankheit mit angebbaren Ursachen ist und nicht einfach jeder befallen werden kann.“ Dass nicht jeder süchtig werden kann, das sehe ich …

Maia Szalavitz: CLEAN: Sucht verstehen und überwinden

„Ein revolutionärer Erklärungsansatz und neue Chancen für die Therapie“, verspricht der Untertitel von CLEAN: Sucht verstehen und überwinden und natürlich bin ich skeptisch, wenn der behauptete revolutionäre Erklärungsansatz dann auch noch auf der New York Times-Bestsellerliste landet, denn die New York Times und ihre Leser sind eher dem Bewahren (dem Establishment) und weniger der Revolution zuzurechnen. Neugierig machte …

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