Diesem Buch ist auch ein Joyce-Zitat vorangestellt, das sehr schön illustriert, worum es der Autorin Layla AlAmmar geht: „Wenn die Seele eines Menschen in diesem Land geboren wird, dann werden Netze nach ihr ausgeworfen, um sie daran zu hindern, zu entfliegen. Du erzählst mir was von Nationalität, Sprache, Religion. Ich werde versuchen, an diesen Netzen …
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Yoko Ogawa: Das Museum der Stille
Ein junger Mann soll in einem abgelegenen Dorf in der Provinz ein Museum einrichten, hat jedoch nach der ersten Begegnung mit der resoluten alten Dame, unter deren Anleitung er arbeiten sollte, das Gefühl, aus dem Job werde nichts, da er sich nicht willkommen fühlt. Der Gärtner der Unterkunft, in der er seine erste (und, wie …
Santa Cruz do Sul
Santa Cruz do Sul, am 23. Februar 2021
Fernando Pessoa: Ein anarchistischer Bankier
Ein anarchistischer Bankier, was für ein toller Titel, der hoffentlich hält, was ich mir darunter vorstelle, denkt es so in mir, wobei: ich weiss gar nicht so recht, was ich mir darunter vorstellen soll. Jedenfalls: Der Text macht mich neugierig, denn einen grösseren Gegensatz als Anarchist und Bankier kann ich mir kaum denken. Fernando Pessoas …
Bernardine Evaristo: Mr. Loverman
Manchmal ist es ja so, dass das Zitat, das dem Buchtext vorangestellt ist, nicht nur darüber Auskunft gibt, wie gebildet der Autor oder die Autorin sich zeigen will, sondern tatsächlich etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Im Falle von Mr. Loverman ist es eindeutig Letzteres: „Nicht alles, dem man sich stellt, lässt …
Monika Maron: Essays und Briefe
Flugasche hat mich für Monika Maron eingenommen. Ich weiss nur noch undeutlich, wovon die Geschichte gehandelt hat, doch ich erinnere mich an das ernste und schöne Gesicht der Autorin auf dem Umschlag, und daran, dass auch in einer komplexen Welt mit intelligent argumentierenden und ganz unterschiedliche Auffassungen vertretenden Akteuren, eine klare moralische Haltung möglich war. …
Christine Dwyer Hickey: Schmales Land
„Ein leuchtender Sommer in Cape Cod: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft zwischen einem Waisenjungen und dem Künstlerpaar Josephine und Edward Hopper“, informiert der Verlag. Ich erhoffe mir hauptsächlich Aufschluss über die Hoppers – und werde nicht enttäuscht. Die Aitchs (wie die Hoppers aus mir unerfindlichen Gründen in diesem Roman heissen) wohnen am Strand, an dem …
Melchior Werdenberg: Nichts als die Wahrheit
In England lügt man nicht, in England betreibt man einen ökonomischen Umgang mit der Wahrheit. Juristen wissen, dass man sowohl aktiv als auch passiv lügen kann. Und die Bibel verheisst, die Wahrheit werde den Menschen frei machen. Ja, was denn nun? Wer auf einfache und klare Antworten hofft, kommt bei Nichts als die Wahrheit nicht …
Stefan Gärtner: Tote und Tattoo
Vor über 30 Jahren habe ich einmal eine Journalismus-Buchreihe mit illustren Autoren wie Herbert Riehl-Heyse, Hermann Schreiber und Jürgen Leinemann herausgegeben. Deren Texte, so glaubte ich damals, seien es wert, „über den Tag hinaus“ aufbewahrt zu werden. Heutzutage bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher (obwohl ich nach wie vor stolz bin, dass …
Laurent Richard & Sandrine Rigaud: Die Akte Pegasus
Wir leben in Zeiten, in denen weltweit derart viele Informationen zirkulieren, dass die Vorstellung, jemand könnte noch irgend etwas Ähnliches wie einen Überblick haben, geradezu grotesk erscheint. Um nicht vollständig in dieser ungeheuren Informationsflut zu ersaufen, muss unser Gedächtnis den sich immer schneller ansammelnden Müll immer schneller entsorgen. Dabei gerät auch unter die Räder, was …
Weiterlesen Laurent Richard & Sandrine Rigaud: Die Akte Pegasus