Véronique Ovaldé: Niemand hat Angst vor Leuten, die lächeln

Dieser Roman beginnt mit Reisevorbereitungen. Nicht nur Ausweise und Plüschtiere, sondern auch eine Beretta muss mit. Gloria, die mit ihren beiden Töchtern, sechs und fünfzehn, an der Côte d’Azur lebt, will mit ihnen in den Norden, nach Kayserheim im Elsass, nahe der deutschen Grenze, in ein anderes Licht. Ich wähne mich in einem Thriller. Von …

Katja Gloger / Georg Mascolo: Ausbruch

Das Buch beginnt wie ein Thriller – und das ist, neben dem Lesevergnügen, (auch) ein Problem, denn eine spannende Geschichte braucht Akteure, die wissen, was sie tun. Und das ist bei dieser Pandemie nachweislich nicht der Fall, denn niemand weiss wirklich, was zu tun ist. Sicher, einige wissen mehr als andere, doch es sind die …

Lew Tolstoi: Für alle Tage

Es gibt Bücher, von denen weiss man, bevor man überhaupt zu lesen begonnen hat, dass man sie mögen, ja schätzen wird.  Das kann daran liegen, dass einem der Buchumschlag gefällt oder daran, dass man mit dem Namen des Autors Positives verbindet oder an Umständen, die einem selber nicht bewusst sind. Zugegeben, ich spreche von mir. …

Julia Blackburn: Daisy Bates in der Wüste

Die Autorin Julia Blackburn, 1948 in London geboren, informiert mich der Verlag, „sucht in Tagebüchern, Briefen und vergilbten Fotografien nach dem wahren Leben der Daisy Bates“, einer Irin, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter Aborigines im australischen Outback lebte und bekannt für ihre Lügen war. „Vielleicht hatte Daisy Bates schon als kleines …

Peter Spork: Die Vermessung des Lebens

Obwohl mir der ganzheitliche Ansatz, also das Geschehen im Körper als komplexes Netzwerk zu verstehen, sehr zusagt, bin ich bereits nach den ersten Seiten versucht, dieses Buch in die Ecke zu schmeissen. Das liegt an dem unsäglichen Ton und den vollkommen realitätsfremden Behauptungen wie etwa: „Wir alle können plötzlich Exponentialfunktionen lesen.“ Oder: „Wir haben verstanden, …

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