Manchmal ist es ja so, dass das Zitat, das dem Buchtext vorangestellt ist, nicht nur darüber Auskunft gibt, wie gebildet der Autor oder die Autorin sich zeigen will, sondern tatsächlich etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun hat. Im Falle von Mr. Loverman ist es eindeutig Letzteres: „Nicht alles, dem man sich stellt, lässt …
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Monika Maron: Essays und Briefe
Flugasche hat mich für Monika Maron eingenommen. Ich weiss nur noch undeutlich, wovon die Geschichte gehandelt hat, doch ich erinnere mich an das ernste und schöne Gesicht der Autorin auf dem Umschlag, und daran, dass auch in einer komplexen Welt mit intelligent argumentierenden und ganz unterschiedliche Auffassungen vertretenden Akteuren, eine klare moralische Haltung möglich war. …
Christine Dwyer Hickey: Schmales Land
„Ein leuchtender Sommer in Cape Cod: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft zwischen einem Waisenjungen und dem Künstlerpaar Josephine und Edward Hopper“, informiert der Verlag. Ich erhoffe mir hauptsächlich Aufschluss über die Hoppers – und werde nicht enttäuscht. Die Aitchs (wie die Hoppers aus mir unerfindlichen Gründen in diesem Roman heissen) wohnen am Strand, an dem …
Melchior Werdenberg: Nichts als die Wahrheit
In England lügt man nicht, in England betreibt man einen ökonomischen Umgang mit der Wahrheit. Juristen wissen, dass man sowohl aktiv als auch passiv lügen kann. Und die Bibel verheisst, die Wahrheit werde den Menschen frei machen. Ja, was denn nun? Wer auf einfache und klare Antworten hofft, kommt bei Nichts als die Wahrheit nicht …
Stefan Gärtner: Tote und Tattoo
Vor über 30 Jahren habe ich einmal eine Journalismus-Buchreihe mit illustren Autoren wie Herbert Riehl-Heyse, Hermann Schreiber und Jürgen Leinemann herausgegeben. Deren Texte, so glaubte ich damals, seien es wert, „über den Tag hinaus“ aufbewahrt zu werden. Heutzutage bin ich mir da nicht mehr ganz so sicher (obwohl ich nach wie vor stolz bin, dass …
Laurent Richard & Sandrine Rigaud: Die Akte Pegasus
Wir leben in Zeiten, in denen weltweit derart viele Informationen zirkulieren, dass die Vorstellung, jemand könnte noch irgend etwas Ähnliches wie einen Überblick haben, geradezu grotesk erscheint. Um nicht vollständig in dieser ungeheuren Informationsflut zu ersaufen, muss unser Gedächtnis den sich immer schneller ansammelnden Müll immer schneller entsorgen. Dabei gerät auch unter die Räder, was …
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Friedrich Christian Delius: „Darling, it’s Dilius!“
Der im Frühjahr 2022 verstorbene Büchner Preisträger Friedrich Christian Delius hinterlässt mit diesem Buch eine Autobiografie der besonderen Art – gut dreihundert Stichworte, die mit A beginnen. Dem Autor war klar, dass jedes Leben aus einzelnen Stücken zusammengefügt und ein Lebensplan im Nachhinein erfunden wird, eine Biographie also immer den Versuch darstellt, etwas Unfassbares fassbar …
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Hannah Fry & Adam Rutherford: Der ultimative Guide zu absolut Allem*
Wenige Bücher machen mich bereits mit der Einführung jubeln, doch Der ultimative Guide zu absolut Allem* gehört eindeutig dazu. Das liegt an den Beispielen, anhand derer aufgezeigt wird, „wie schlecht der Mensch dafür ausgerüstet ist, das Universum zu begreifen“, und es liegt an Sätzen wie etwa diesem: „Wie man es auch dreht und wendet: Die …
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Herbert Clyde Lewis: Gentleman über Bord
Fällt ein Gentleman über Bord, so ist das nicht dasselbe wie wenn eine Dame, ein CEO (der per definitionem kein Gentleman sein kann) oder ein Matrose über Bord gehen. Klar, auch eine Dame, ein CEO oder ein Matrose können auf einem Ölfleck ausgleiten, doch nur ein Gentleman tut immer das Richtige. Nur eben: Was ist …
Janosch: Wörterbuch der Lebenskunst
Die einzige Kunst, die mich wirklich interessiert, ist die Lebenskunst. Auch, weil sie sich weder kaufen noch verkaufen lässt. Lebenskunst ist angewandte Kunst; wer sie nicht lebt, zeigt, dass er sie nicht verstanden hat. Janosch, informiert mich der Verlag, sei einer der erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. In meiner Vorstellung haben ‚erfolgreich‘ und ‚bekannt‘ wenig …