Aiki Mira: Proxi

Auf dieses Buch aufmerksam geworden bin ich durch ein Zitat von Andreas Eschbach, dessen Die Abschaffung des Todes ich letzthin richtiggehend verschlungen habe. Zu spät habe ich dann bemerkt, dass sich seine Empfehlung auf ein anderes Buch und da vor allem auf die Sprache bezogen hat. Kurz und gut: Nach gut fünfzig Seiten habe ich …

Mark SaFranko: Amerigone

Amerika bzw. der amerikanische Traum, das war einmal, suggeriert der Titel dieses gut geschriebenen Thrillers, der an einem sonnigen Septembertag 2019 in New York beginnt, mit einem markerschütternden Schrei, gefolgt vom Jaulen einer Sirene. Nun ja, vom amerikanischen Traum wurde das schon oft behauptet – und doch wollen nach wie vor die meisten Migranten dorthin …

Christian Kraus: Tiefer als der Abgrund

Wer regelmässig Buchbesprechungen veröffentlicht, kriegt manchmal von Verlagen unaufgefordert Bücher zugeschickt. Da ich in der Schweiz meinen Wohnsitz habe, sind es meist Bücher mit einem Schweiz-Bezug, was ich einigermassen einfallslos finde. Gelegentlich kommt es jedoch vor, dass eine Pressefrau (es sind fast immer Frauen, die in der Presseabteilung von Verlagen arbeiten), sich etwas gedacht hat …

Cormac McCarthy: Stella Maris

In einem Interview sagte Cormac McCarthy einmal, er könne mit Schriftstellern, die sich nicht mit grundsätzlichen Fragen über Leben und Tod auseinandersetzten, wenig anfangen. Bekannt ist auch, dass er sich lieber mit Wissenschaftlern als mit Literaten austauscht. Das nimmt mich für ihn ein. „Nennen Sie mir eine Sache, die unsere Welt besser macht als die …

Louise Nealon: Snowflake

Eine junge Frau wächst auf einem Bauernhof auf, geht nach Dublin zum Studium, doch das Leben in der Stadt ist nicht so ihr Ding und Zuhause laufen die Dinge immer mehr aus dem Ruder. Und zwar ziemlich dramatisch. Louise Nealon erzählt hier, zumindest teilweise, ihre eigene Geschichte – was sollte sie auch sonst erzählen, etwas …

Kurt Krömer: Du darfst nicht alles glauben, was du denkst

Anlass, mir dieses Buch vorzunehmen, war der Titel, denn ich kenne diesen Satz, allerdings auf Englisch, ich habe ihn sogar einem Kapitel meines Thrillers Herolds Rache vorangestellt. Ein hilfreicher Satz für Leute, die unter Süchten leiden, weil er deutlich macht, dass Süchtige (und alle anderen auch, aber eben nicht immer mit destruktiven Konsequenzen) jeden Unsinn zu glauben …

Dr. Sophie Mort: Anleitung für dein Leben

„Hallo, mein Name ist Dr. Soph, ihr könnt mich Soph oder Sophie nennen. Ich bin klinische Psychologin.“ Dann schauen wir mal, was Frau Mort (ich lege weniger Wert auf akademische Titel als sie es offenbar tut, sonst würde sie – und der Verlag – ihn kaum erwähnen) so zu sagen hat. Viel Vernünftiges, so mein erster Eindruck. „Statt …

Jenny Jägerfeld & Mats Strandberg: Monster auf der Couch

Monster auf der Couch, verfasst von den beiden Schweden Jenny Jägerfeld, einer Psychologin, und Mats Strandberg, einem Schriftsteller, ist ein in vielerlei Hinsicht aussergewöhnliches Buch, was auch, aber nicht nur, an der cleveren und aufwendigen Gestaltung liegt. Eine Psychologin ist verschwunden, in ihrem Büro findet die Polizei Aktennotizen, Gesprächsmitschnitte, Skizzen und Fotografien, die Aufschluss geben …

Elinor Greenberg: Borderline und Narzissmus

Von den vielen Büchern über Borderline, die ich gelesen habe, ist dies erst das zweite, das im Titel Borderline und Narzissmus zusammenbringt, obwohl die Verbindung doch, jedenfalls in meiner Vorstellung, offensichtlicher kaum sein könnte: Eine von Impulsen dirigierte Gefühlsachterbahn, gekoppelt mit einer Unfähigkeit zur Empathie, dabei süchtig nach Bestätigung, das jedes Mass sprengt. Und nicht …

Richard Wagner: Herr Parkinson

„Viele glauben, ich sei betrunken“, lautete der Titel des Interviews mit dem Schriftsteller Richard Wagner über seine Parkinson-Krankheit in der Basler Zeitung. Wer darunter leidet, kann seine Bewegungsabläufe nicht mehr kontrollieren. „Herr Parkinson verwirrt den Körper und lässt den Kopf zuschauen“, charakterisiert Wagner die Krankheit. Und: „Man muss den Istzustand aushalten – und sein Leben danach …

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